Umsatzminus Corona stoppt Wachstum im Einzelhandel

Ein Minus von 40 Milliarden Euro: Damit rechnet der Einzelhandelsverband dieses Jahr - wenn keine zweite Welle kommt. Davon sind allerdings ausgenommen: die Lebensmittelhändler.
Kunden mit Mundschutz im Kaufhaus des Westens: zehn Prozent gesunkene Umsätze

Kunden mit Mundschutz im Kaufhaus des Westens: zehn Prozent gesunkene Umsätze

Foto: Bernd von Jutrczenka/ DPA

Nach jahrelangem Umsatzwachstum droht dem deutschen Einzelhandel im Zuge der Coronakrise der stärkste wirtschaftliche Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet in seiner am Mittwoch vorgelegten Prognose für dieses Jahr mit einem Rückgang der Erlöse von 40 Milliarden Euro im Bereich außerhalb des Lebensmittelhandels. Voraussetzung dafür ist, dass es nicht zu einer zweiten Pandemiewelle kommt. Die Vorhersage entspricht einem Umsatzminus von vier Prozent. 2019 hatte es noch ein Plus von 3,2 Prozent gegeben. Es war das zehnte Wachstumsjahr in Folge.

"Die Coronakrise reißt bei vielen Nichtlebensmittelhändlern große Löcher, das Geld wird vielerorts knapp. Die Kunden kommen nicht in der gewohnten Zahl, die Umsätze sinken dementsprechend weit unter Normalniveau", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

HDE fordert Digitalisierungszuschuss

HDE-Daten zeigten, dass in den Monaten März, April und Mai die Ausgaben pro Einkauf im stationären Handel um zehn Prozent gesunken seien, während sie im Onlinehandel um 20 Prozent gestiegen seien. "Die Coronakrise wird den Handel noch einige Jahre beschäftigen. Denn viele Verbraucher haben ihr Einkaufsverhalten verändert", sagt Genth. Darauf müsse der Handel reagieren - mit angepassten Geschäftsmodellen sowie Standort- und Investitionsentscheidungen. Der HDE fordere deshalb insbesondere für kleinere Firmen einen staatlichen Digitalisierungszuschuss. Außerdem solle beispielsweise der Zugang zu den staatlichen Überbrückungshilfen erleichtert werden.

caw/Reuters
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