Coronakrise USA ordern Hunderte Millionen Impfstoffdosen bei Pfizer und Biontech

Noch gibt es keinen zugelassenen Corona-Impfstoff - doch die USA sichern sich schon jetzt mögliche Lieferungen. Die Mainzer Pharmafirma Biontech profitiert.
Mitarbeiter von Biontech im Labor des Unternehmens in Mainz

Mitarbeiter von Biontech im Labor des Unternehmens in Mainz

Foto: Stefan Albrecht / Biontech / dpa

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer wollen Hunderte Millionen Impfstoffdosen gegen Covid-19 in die USA liefern. Eine entsprechende Vereinbarung mit den US-Behörden haben beide Unternehmen an diesem Mittwoch bekannt gegeben. Beide Aktien legten im vorbörslichen US-Handel stark zu.

Noch steht allerdings kein Impfstoff zur Verfügung: Die Impfstoffkandidaten der beiden Unternehmen befinden sich derzeit in der klinischen Entwicklung und sind in keinem Land der Welt für den Gebrauch zugelassen. Sobald sie allerdings erfolgreich produziert werden und die entsprechende Notfallgenehmigung vorliegt, erhalten die USA zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen, heißt es. Nach deren Lieferung zahlt die US-Regierung 1,95 Milliarden US-Dollar.

Auch Großbritannien hat Millionen Dosen Corona-Impfstoff geordert

Erst am Montag hatten Biontech und Pfizer bekannt gegeben, mit Großbritannien eine Liefervereinbarung geschlossen zu haben. Dabei geht es um 30 Millionen Impfstoffdosen. "Wir befinden uns ebenfalls in fortgeschrittenen Gesprächen mit zahlreichen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Lieferabkommen bekannt geben zu können", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin an diesem Mittwoch.

Zu insgesamt vier Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

Erste Ergebnisse der bisherigen Studien in den USA haben Biontech und Pfizer schon offengelegt und nannten sie "ermutigend", auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden - insgesamt waren es 45 gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren - hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion schützen.

Die britische Regierungsberaterin Kate Bingham hatte davor gewarnt, "zu optimistisch zu sein". "Es bleibt die Tatsache, dass wir möglicherweise nie einen Impfstoff bekommen", sagte sie. "Und wenn wir einen bekommen, müssen wir darauf vorbereitet sein, dass es sich möglicherweise nicht um einen Impfstoff handelt, der vor einer Ansteckung schützt, sondern um einen, der die Symptome lindert."

hej/dpa
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