Spiele-Boom Coronakrise beschert Ravensburger enormes Umsatzplus

Dank »Puzzle-Hype« konnte der mittelständische Spielwarenhersteller Ravensburger seinen Umsatz kräftig steigern. Auch Gesellschaftsspiele waren gefragt.
Kinderpuzzle von Ravensburger: Produktion im Dreischichtbetrieb

Kinderpuzzle von Ravensburger: Produktion im Dreischichtbetrieb

Foto: Felix Kästle / dpa

Ablenkung und Zeitvertreib im Shutdown-Frust: Die starke Nachfrage nach Spielen und Puzzles in der Corona-Pandemie hat dem Spielwarenhersteller Ravensburger im Jahr 2020 einen Wachstumsschub beschert. Der Umsatz des Konzerns stieg 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 632 Millionen Euro.

Insgesamt 28 Millionen Puzzles verkaufte der Spielwarenhersteller mit dem blauen Dreieck weltweit – das ist ein Drittel mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilte. Man sei gut durch das Krisenjahr gekommen, sagte Vorstandschef Clemens Maier.

Corona hatte laut Maier einen kleinen Hype um das eher »stille Hobby« ausgelöst. Der Trend zum Puzzeln sei aber auch schon vor der Pandemie spürbar gewesen, sagte Maier. Im vergangenen Jahr sei die Produktion im Dreischichtbetrieb nötig gewesen, um die Nachfrage zu decken, sagte Finanzvorstand Hanspeter Mürle. Zu Lieferengpässen sei es aber trotzdem gekommen.

Ein Drittel der Ware wird online verkauft

Als Corona-Gewinner will sich Ravensburger trotzdem nicht bezeichnen. »Wir sehen es in aller Demut, dass wir in einer Branche sind, die weniger von der Krise gebeutelt wird als andere«, sagte Maier. Eine Prognose für das kommende Jahr wollte er nicht abgeben. »Wir gehen davon aus, dass der Trend zum Spielen und Puzzeln anhalten wird.«

Auch mit Gesellschaftsspielen konnte der Konzern 2020 punkten. Hier seien vor allem Klassiker gefragt gewesen, sagte Maier. 25 Millionen Spiele seien weltweit verkauft worden. Besonders gut seien die Geschäfte in Nordamerika, Großbritannien und Spanien gelaufen. Aber auch mit dem Wachstum in Deutschland sei man sehr zufrieden. Die Schließungen des stationären Handels seien nur mäßig spürbar gewesen, weil die Vertriebskanäle breit seien. Ein Drittel der Verkäufe erfolge online.

Nicht nur für Ravensburger Spiele lief es gut. »Die Spielwarenbranche hat 2020 ein wirklich gutes Jahr hingelegt«, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie in Nürnberg, Ulrich Brobeil. Fast alle Warengruppen hätten gut abgeschnitten. Konkrete Zahlen und Ergebnisse einer Umfrage unter Spielwarenherstellern will der Verband an diesem Donnerstag veröffentlichen.

caw/mic/dpa
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