Trotz Coronakrise Siemens macht Milliardengewinn

Es ist die letzte Jahresbilanz unter Konzernchef Joe Kaeser – und eine sehr erfolgreiche: Siemens hat trotz der Pandemie einen Überschuss von 4,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Siemens-Chef Kaeser: Gute Bilanz kurz vor dem Abschied von der Konzernspitze

Siemens-Chef Kaeser: Gute Bilanz kurz vor dem Abschied von der Konzernspitze

Foto: Matthias Balk / DPA

Der Münchner Industriekonzern Siemens hat die Coronakrise bislang gut bewältigt. Im kürzlich abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Gewinn zwar um ein Viertel, doch unter dem Strich steht immer noch ein Plus von 4,2 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit. Maßgeblich dazu beigetragen hat das sehr gute Geschäft im vierten Geschäftsquartal des Konzerns von Juli bis September. Allein in diesen drei Monaten verdiente Siemens 1,9 Milliarden Euro, wozu allerdings auch ein Gewinn aus der Abspaltung von Siemens Energy beitrug.

Noch besser als beim Nettogewinn sieht das bereinigte operative Ergebnis aus dem Industriegeschäft aus. Das lag mit 7,6 Milliarden Euro nur um drei Prozent unter dem Vorjahresergebnis von 7,8 Milliarden Euro. Umsatz und Auftragseingang gingen leicht zurück, wenn die abgespaltene Energietochter ausgeklammert wird.

Siemens habe "ein bemerkenswertes Geschäftsjahr mit einem starken vierten Quartal abgeschlossen", sagte der scheidende Konzernchef Joe Kaeser. Die Jahreszahlen sind die letzten, die er verantwortet. Im Februar 2021 soll er von seinem Stellvertreter Roland Busch abgelöst werden.

Gute Aussichten auch für neues Geschäftsjahr

Allerdings muss Kaeser zum ersten Mal in seiner siebenjährigen Amtszeit eine sinkende Dividende verkünden. Die Aktionäre erhalten 3,50 Euro je Aktie statt zuletzt 3,90 Euro.

Das Unternehmen sieht Kaeser "hervorragend aufgestellt", nachdem es in den vergangenen Monaten sein Energiegeschäft als Siemens Energy an die Börse gebracht und die Antriebstochter Flender für rund zwei Milliarden Euro verkauft hat. Der designierte Nachfolger Busch sprach von einem neuen Kapitel in der 173-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Auch für das seit Oktober laufende neue Geschäftsjahr 2021 zeigt sich Siemens optimistisch. Obwohl der Konzern "erhebliche Belastungen" aus Währungseinflüssen erwartet, soll der Gewinn moderat steigen.

fdi/Reuters/dpa
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