Coronakrise Alle Tönnies-Mitarbeiter in Quarantäne - auch Konzernchef Clemens Tönnies

Der Corona-Ausbruch im Fleischkonzern Tönnies zieht drastische Schritte nach sich. Der Kreis Gütersloh verhängte für alle Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück eine Quarantäne. Das betrifft auch die Führungsetage.
Die Tönnies-Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück müssen in Quarantäne

Die Tönnies-Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück müssen in Quarantäne

Foto: David Inderlied/ dpa

Nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies müssen sämtliche Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück in Quarantäne. Das betreffe auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze, wie der Kreis Gütersloh mitteilte.

Einige Mitarbeiter können den Angaben nach aber in sogenannte Arbeitsquarantäne. Das heißt, dass sie sich nur zwischen Arbeits- und Wohnort bewegen dürfen. Das gilt auch für Clemens Tönnies, Gesellschafter des größten Schlachtbetriebs Deutschlands, wie ein Konzernsprecher der Deutschen-Presse Agentur sagte.

Am Sonntag soll es wegen des Ausbruchs in dem Konzern eine Sondersitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts geben. Dort wird dann gegebenenfalls über weitere Maßnahmen debattiert.

Bereits zuvor waren 7000 Menschen in Quarantäne geschickt worden. Der Kreis Gütersloh bat sogar die Bundeswehr um Hilfe, um die Mitarbeiter reihenweise zu testen. Bis zum Freitagnachmittag erfolgten 3500 Tests, 803 Befunde waren positiv und 463 negativ, die restlichen standen noch aus.

Der Ausbruch hat schwerwiegende Folgen für die ganze Region: Schulen und Kitas im Kreis sind wieder dicht, in der Bevölkerung wächst darüber die Wut. Die niedersächsische Stadt Osnabrück ordnete eine zweiwöchige häusliche Quarantäne für alle Tönnies-Mitarbeiter an, die in der Stadt wohnen. Osnabrück ist rund 60 Kilometer von Rheda-Wiedenbrück entfernt.

hba/dpa
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