Coronavirus Biontech übernimmt Novartis-Werk in Marburg für die Impfstoffproduktion

750 Millionen Dosen jährlich: So viel Corona-Impfstoff will Biontech künftig in Marburg herstellen. Das Unternehmen kauft dafür ein Novartis-Werk.
Biontech-Labor am Unternehmensstandort Mainz

Biontech-Labor am Unternehmensstandort Mainz

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Stefan Albrecht/ Biontech/ dpa

Das Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech übernimmt eine Produktionsstätte des Pharmakonzerns Novartis in Marburg. Das Geschäft soll bis Jahresende abgeschlossen sein, gab die Firma am Donnerstag bekannt.

Biontech plant, in dem Werk bereits im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Coronavirus-Impfstoff-Dosen herzustellen. Später sollen an der Stätte bis zu 750 Millionen Dosen jährlich produziert werden können, teilte das Unternehmen mit. Zu den Übernahmekosten wollte sich Biontech nicht äußern. In dem Werk sind rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Zusammen mit seinem US-Partner Pfizer führt Biontech aktuell eine Phase-II/III-Studie des RNA-Impfstoff-Kandidaten BNT162b2 durch, in der Sicherheit und Wirksamkeit des Mittels geprüft werden. An der Studie nehmen derzeit 29.000 Menschen an 129 Studienzentren teil, sagt Biontech-Chef Ugur Sahin. Geplant sei, insgesamt 44.000 Probanden in die Studie aufzunehmen - darunter auch Patienten, die mit HIV oder Hepatiits infiziert sind.

Zulassungsantrag im Oktober oder November

Daten, ob der Impfstoff zuverlässig vor einer Ansteckung schützt, sollen im Oktober oder November vorliegen. Das Unternehmen plant dann, gleichzeitig die Zulassung bei den zuständigen EU- und US-Behörden zu beantragen. Erste Impfstoff-Dosen können entsprechend zum Teil an die EU, zum Teil an die USA gehen.

Sahin geht davon aus, dass der Impfstoff etwa zwei Wochen bei Temperaturen zwischen zwei bis acht Grad, also bei Kühlschrank-Temperaturen, gelagert werden kann. Zur Haltbarkeit des Präparats werden aktuell noch Studien durchgeführt.

Im gesamten Netzwerk der Produktionsstätten von Pfizer und Biontech könne man im nächsten Jahr 1,3 Milliarden Impfstoffdosen - wahrscheinlich sogar mehr - herstellen, hieß es auf der Pressekonferenz.

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Laut Sahin werden alle Studienteilnehmer bis zu zwei Jahre begleitet. So lassen sich weiter Daten über Wirksamkeit und Sicherheit gewinnen. Er betonte, dass der Impfstoff auf einer sogenannten Messenger-RNA beruht - einer natürlichen Substanz, die in ähnlicher Form in Zellen vorkomme und die nicht zu genetischen Veränderungen in der Zelle führe.

wbr/dpa
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