Coronakrise Deutsche Impfstoff-Firma wird nicht in die USA verkauft

Donald Trump persönlich soll Interesse gehabt haben: Das Unternehmen CureVac, das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet, bleibt in Deutschland. Laut Horst Seehofer wird die US-Offerte dennoch Thema im Krisenstab.
Bei CureVac in Tübingen wird an einem Impfstoff gegen das Coronavirus gearbeitet, die USA bekommen keinen Exklusivvertrag

Bei CureVac in Tübingen wird an einem Impfstoff gegen das Coronavirus gearbeitet, die USA bekommen keinen Exklusivvertrag

Foto: ANDREAS GEBERT/ REUTERS

Das Tübinger Unternehmen CureVac, das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet, wird nicht in die USA verkauft, das teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der ARD mit. Es sei "eine großartige Entscheidung" der Firmenleitung. Sie habe mit ihrem Entschluss, einen möglichen Impfstoff weltweit anzubieten, Klartext gesprochen, wie das im Angesicht einer solchen Krise sinnvoll und angemessen sei. "Deutschland steht nicht zum Verkauf", sagte Altmaier.

Der Milliardär Dietmar Hopp ist Haupteigner der Tübinger Firma. Zweitgrößter Aktionär ist die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die gemeinsam mit CureVac Impfstoffe gegen eine Reihe von Infektionserkrankungen entwickelt. In seiner Ablehnung am Sonntagabend bezeichnete Hopp den US-Präsidenten indirekt als unsolidarisch: "Wenn es uns hoffentlich bald gelingt, einen wirksamen Impfstoff gegen das Corona-Virus zu entwickeln, soll dieser Menschen nicht nur regional sondern solidarisch auf der ganzen Welt erreichen, schützen und helfen können", teilte Hopp mit. 

Bundesinnenminister Horst Seehofer gab bekannt, dass der Versuch der US-Regierung, Forscher von CureVac mit viel Geld in die USA zu locken, um ein mögliches Präparat exklusiv zu haben, Thema im Krisenstab der Bundesregierung werde. Das Bundesgesundheitsministerium hatte zuvor einen Bericht der "Welt am Sonntag" bestätigt, wonach sich die US-Regierung um die Tübinger Firma bemühte. Mit hohen finanziellen Zuwendungen wollte US-Präsident Donald Trump deutsche Wissenschaftler in die USA holen oder das Medikament allein für sein Land sichern.

Trump habe der Firma demnach angeblich einen hohen Betrag geboten. Die Bundesregierung habe dagegen versucht, das Unternehmen mit finanziellen Angeboten zu halten. CureVac arbeitet dem Bericht zufolge gemeinsam mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel an der Herstellung eines Impfstoffs gegen das Virus.

Ein Exklusivvertrag kommt für die Firma nicht in Frage. "Wir wollen einen Impfstoff für die ganze Welt entwickeln und nicht für einzelne Staaten", sagte der Geschäftsführer und Mitbegründer des Hauptinvestors dievini Hopp BioTech Holding, Christof Hettich, dem "Mannheimer Morgen".

hba/dpa/Reuters
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.