Coronakrise EZB beschließt Notfallpaket für Banken

Die Europäische Zentralbank stemmt sich mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronakrise. Unter anderem soll es neue Notkredite für Banken und höhere Anleihenkäufe geben.
EZB-Chefin Christine Lagarde

EZB-Chefin Christine Lagarde

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Ralph Orlowski/ REUTERS

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt ihre Leitzinsen trotz der Coronavirus-Krise unverändert, springt der Wirtschaft aber mit einem Maßnahmenbündel bei. Die Währungshüter kündigten nach ihrer Ratssitzung am Donnerstag neue langfristige Kredite für Banken an, um den Kreditfluss an die Wirtschaft zu stützen. Dabei hat die Notenbank insbesondere kleinere und mittelgroße Unternehmen im Blick, die wegen der Viruskrise in Bedrängnis geraten.

Zudem will die EZB ihr laufendes Anleihekaufprogramm ausweiten und bis Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in den Aufkauf von Wertpapieren stecken. Die Anleihenkäufe waren in den vergangenen Jahren die stärkste Waffe der Währungshüter im Kampf gegen eine schwache Konjunktur und eine aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation. Erst im November hatte die EZB das Programm wieder aufgenommen und seitdem monatlich Staats- und Unternehmensanleihen in einem Volumen von 20 Milliarden Euro aufgekauft. Unter anderem profitieren Staaten davon, weil sie für ihre Wertpapiere nicht so hohe Zinsen bieten müssen, wenn die Notenbank als großer Käufer am Markt auftritt.

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Zinssatz bleibt bei null

Ihren Schlüsselzins zur Versorgung der Institute mit Geld beließ die EZB dagegen bei 0,0 Prozent. Bereits seit März 2016 liegt er auf diesem Rekordtief. Auch den Einlagensatz hielten sie auf dem bisherigen Niveau von minus 0,5 Prozent. Banken müssen damit weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Allerdings gibt es inzwischen für die Institute Freibeträge.

Wegen der Virus-Pandemie hatten bereits andere große Zentralbanken ihre Geldpolitik gelockert. In den USA senkte die Federal Reserve ihren Leitzins deutlich um einen halben Prozentpunkt. Die Bank von England kappte ihre Leitzinsen ebenfalls in diesem Umfang. Von den Währungshütern in Japan wird für kommende Woche ebenfalls eine Lockerung der Geldpolitik erwartet.

EZB-Chefin Christine Lagarde hatte Anfang vergangener Woche betont: "Wir sind bereit, bei Bedarf geeignete und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, die den zugrunde liegenden Risiken angemessen sind." Am Nachmittag wird sie sich bei einer Pressekonferenz zu den aktuellen Entscheidungen äußern.

stk/Reuters/dpa
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