Erklärung von Premier Conte Italien ordnet Schließung "nicht lebenswichtiger Unternehmen" an

Nirgendwo auf der Welt sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie so verheerend wie in Italien. Premierminister Giuseppe Conte will nun den Betrieb überall einstellen, wo er nicht unbedingt nötig ist.
Italiens Premierminister Giuseppe Conte (Archivbild)

Italiens Premierminister Giuseppe Conte (Archivbild)

Foto: TIZIANA FABI/ AFP

Italien hat den Stopp der Produktionsaktivitäten in allen nicht lebensnotwendigen Betrieben angeordnet. Das teilte Ministerpräsident Giuseppe Conte in einer Fernsehansprache mit. Die Regierung habe entschieden, landesweit jegliche Produktion einzustellen, "die nicht ausdrücklich notwendig, entscheidend, unverzichtbar ist, um unsere grundlegenden Waren und Dienstleistungen sicherzustellen", sagte Conte.

Italien sei in der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, sagte Conte. Supermärkte, Apotheken, Post- und Bankstellen sollten weiter geöffnet bleiben, auch der öffentliche Nahverkehr solle aufrechterhalten werden.

Nirgendwo auf der Welt ist die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus so hoch wie in Italien. Bislang sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 53.578 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, 4825 kamen demnach bereits nach einer Infektion ums Leben.

Allein am Samstag waren in dem Land an einem Tag fast 800 Menschen gestorben. Inzwischen transportiert die Armee täglich Dutzende Särge zu den Krematorien, teils in langen Konvois. An manchen Orten findet eine Beisetzung nach der nächsten statt, Priester erteilen kurz ihren Segen, dann kommt der Nächste dran. (Lesen Sie hier mehr zur dramatischen Situation in Italien.)

Die Regierung hatte erst am Freitag die Ausgangssperren verschärft, die seit dem 10. März landesweit gelten. Allerdings forderten Regionalpolitiker im Norden weitere Maßnahmen, auch weil sich einige Menschen immer noch nicht an die Auflagen hielten. Fabriken und Büros waren von den Sperren bislang noch nicht kollektiv betroffen.

fek/AFP/dpa/Reuters
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