Erklärung von Premier Conte Italien schließt Geschäfte und Restaurants wegen Covid-19

Italiens Ministerpräsident Conte kündigt im Kampf gegen das Coronavirus drastische Maßnahmen an: Bis auf Apotheken und Supermärkte bleiben alle Läden vorerst geschlossen.
Geschlossene Geschäfte in Neapel

Geschlossene Geschäfte in Neapel

Foto: Alessandro Pone/ AP

Das öffentliche Leben in Italien könnte zum Großteil zum Erliegen kommen: Das Land schließt als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus Bars und Restaurants sowie fast alle Geschäfte. Supermärkte, Apotheken und Drogerien seien aber weiter geöffnet, sagte Premierminister Giuseppe Conte in einer Videobotschaft. Alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten müssten eingestellt werden.

In der Gastronomie gelte die Maßnahme für alle Betriebe, die keinen Mindestabstand von einem Meter zwischen den Gästen garantieren können. Ferner sollen alle Firmenabteilungen geschlossen werden, die nicht nötig für die Produktion seien. Die Schließungen betreffen Conte zufolge auch Friseurläden.

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Lieferdienste dürfen dem Premier zufolge weiter Kunden mit Lebensmitteln, Essen und anderen Produkten versorgen. Auch Zeitungshändler und Tabakwarenhändler dürfen geöffnet bleiben. Transport und Landwirtschaft seien gesichert, sagte Conte. Ein Ansturm auf Supermärkte sei auch jetzt nicht nötig, da die Versorgung garantiert würde.

"Erst vor wenigen Tagen habe ich euch gebeten, eure Gewohnheiten zu ändern und zu Hause zu bleiben", sagte Conte in seiner Videobotschaft.

"Ich war mir bewusst, dass dies ein erster Schritt war und nicht der letzte sein würde. Es ist Zeit, einen weiteren Schritt zu machen"

In den kommenden zwei Wochen werde sich zeigen, ob die Maßnahmen die Epidemie eindämmen. Die Maßnahmen sollen offenbar von diesem Donnerstag bis zum 25. März, also rund zwei Wochen, in Kraft bleiben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Büro des Premierministers.

DER SPIEGEL

Italien kämpft mit drastischen Mitteln gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Das ganze Land gilt als Sperrzone, frei bewegen dürfen sich die 60 Millionen Menschen vorerst nicht mehr. Bisher waren aber Bars und Restaurants zu eingeschränkten Zeiten noch geöffnet, auch Boutiquen oder andere Geschäfte. Insgesamt haben sich in Italien mehr als 12.400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben. Am stärksten betroffen ist die Region Lombardei.

kko/dpa/Reuters