63 Infizierte Neuer Corona-Ausbruch in deutschem Schlachthof

Deutsche Schlachthöfe sind Corona-Hotspots. Nun gab es einen weiteren Massenausbruch im Nordwesten Niedersachsens.
Schlachthof der Firma Vion in Bad Bramstedt (Symbolbild)

Schlachthof der Firma Vion in Bad Bramstedt (Symbolbild)

Foto: Oliver Krato/ DPA

Erneut hat es in einem großen Schlachthof in Niedersachsen eine größere Zahl von Corona-Infektionen gegeben. In einem Betrieb in Emstek (Landkreis Cloppenburg) seien bei Tests unter Mitarbeitern in den vergangenen Tagen insgesamt 63 Fälle bekannt geworden, teilte Landrat Johann Wimberg (CDU) mit. Der Schwerpunkt der Infektionen sei im Bereich der sogenannten Grobzerlegung festgestellt worden. Mitarbeiter im Bereich der Schlachtung seien hingegen kaum betroffen. Der Betrieb in dem zum Vion-Konzern gehörende Schlachthof solle zunächst eingeschränkt, aber nicht komplett heruntergefahren werden.

Ob das öffentliche und private Leben wegen der Neuinfektionen flächendeckend im Landkreis eingeschränkt werden muss, stehe noch nicht fest: "Ad hoc sehen wir das nicht." Das Infektionsgeschehen sei bislang auf den Bereich des Schlachthofs eingrenzbar. Er rechne aber damit, dass die Zahl von Neuinfektionen wieder die kritische Marke von 50 Fällen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschreiten werde.

Immer wieder sind Schlachthöfe Hotspots für die Ausbreitung des Coronavirus. Im Juni steckten sich beim Fleischkonzern Tönnies innerhalb kürzester Zeit mehr als 1400 Arbeiter an und gleich zwei Landkreise mussten in den erneuten Lockdown. Zuletzt hatte es weitere Ausbrüche gegeben, zum Beispiel bei Wiesenhof.

Wissenschaftler hatten jüngst herausgefunden, dass Fleischfabriken ideale Lebensräume für Erreger wie Sars-CoV-2 sind. Die "metallischen Oberflächen" und die "niedrigen Temperaturen" begünstigten die Beständigkeit von Erregern wie Sars-CoV-2, berichten sie. In den Hallen sei es zudem oft sehr laut: "Die Notwendigkeit, die Stimmen zu erheben, um den Lärm zu überwinden, könnte die Übertragung von Sars-CoV-2 erhöhen", schreiben die Forscher. Außerdem stünden die Arbeiter mit ihren prekären Arbeitsverhältnissen möglicherweise unter dem Druck, "trotz Krankheitssymptomen weiterzuarbeiten".

hej/dpa
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