Wegen Covid-19 Neuwagenverkäufe in China brechen um 92 Prozent ein

Chinas drastische Schritte im Kampf gegen den Coronavirus haben schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft: Der Automarkt ist praktisch zusammengebrochen.
Autoproduktion in Chengdu, in einer Fabrik des Joint Ventures von FAW und Volkswagen (Archiv)

Autoproduktion in Chengdu, in einer Fabrik des Joint Ventures von FAW und Volkswagen (Archiv)

Foto: Liu Kun/ action press

Von VW bis Daimler, für praktisch alle großen Autobauer ist China der wichtigste Absatzmarkt. Dort aber geht praktisch nichts mehr. Die Autoverkäufe sind im Zuge der rasanten Ausbreitung des Coronavirus nahezu vollständig zum Erliegen gekommen: In den ersten beiden Februarwochen seien die Verkaufszahlen um 92 Prozent im Vorjahresvergleich zurückgegangen, teilte der chinesische Autobauerverband CPCA mit: Vom 1. bis 16. Februar seien nur noch 4900 Fahrzeuge verkauft worden. Im selben Zeitraum des Vorjahres seien fast 60.000 Autos abgesetzt worden.

Der Verband rechnet auch nicht mit einer raschen Erholung. Für den gesamten Monat geht er von einem Rückgang der Verkaufszahlen um bis zu 70 Prozent im Vorjahresvergleich aus. Auf Januar und Februar dieses Jahres gerechnet könne der Einbruch bei 40 Prozent liegen.

China ist der wichtigste Automarkt der Welt. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und die Gegenmaßnahmen der Regierung fügen der Wirtschaft des Landes insgesamt massiven Schaden zu.

Der Autobauer Daimler warnt bereits in seinem Geschäftsbericht vor den Auswirkungen der Epidemie auf das eigene Geschäft: Der Ausbruch könne zu signifikanten Rückgängen des Wirtschaftswachstums in China und anderen asiatischen Ländern führen. "Risiken für den Daimler-Konzern können dabei nicht nur die Absatzentwicklung betreffen, sondern auch zu erheblichen Beeinträchtigungen der Produktion, des Beschaffungsmarkts und der Zulieferkette führen."

In Wuhan bleibt die Fabrik des Autobauers Honda länger geschlossen als geplant. Das Unternehmen kündigt an, den Betrieb erst am 11. März aufzunehmen. Damit folgt Honda einer Aufforderung der chinesischen Behörden an die Industrie, wegen des Virus die Werksferien in Wuhan weiter zu verlängern. Honda hat den Betrieb in anderen chinesischen Fertigungsanlagen bereits wieder aufgenommen, wie die Firma mitteilt.

Auch der japanische Autokonzern Nissan hat mitgeteilt, seine Fertigung im Zentrum des Corona-Ausbruchs länger ruhen zu lassen. Für zwei Fabriken in der Provinz Hubei werde die Terminplanung für einen Neustart der Fertigung überarbeitet, erklärt das japanische Unternehmen. Hintergrund sei neben entsprechenden Anordnungen der Behörden auch die Lage der Zulieferer. Der Konzern musste bereits in Fabriken in Japan die Produktion drosseln, weil Bauteile aus China fehlten

beb/afp/Reuters