Erholung nach der Pandemie Große Airlines machen wieder Milliardengewinne

Volle Jets, hohe Ticketpreise und weniger Konkurrenz: Die großen Airlines sehen sich wieder auf Wachstumskurs. Daran werde sich voraussichtlich über Jahre nichts ändern.
Airbus A350 von Lufthansa

Airbus A350 von Lufthansa

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Christof Stache/ AFP

Eine Reihe von Airlines hat nach dem Corona-Einbruch wieder üppige Milliardengewinne eingefahren. Die Auslastung liegt zwar noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau, dafür profitieren die Konzerne aber von deutlich höheren Ticketpreisen.

Der französisch-niederländische Airlinekonzern Air France-KLM hat etwa an diesem Freitag mit einem Milliardengewinn im dritten Quartal von 1,02 Milliarden die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen. Und das, obwohl in der Hochsaison viele Flüge gestrichen werden mussten wegen Personalmangels sowie Streiks an Flughäfen. Im dritten Quartal musste das Unternehmen 60 Millionen Euro allein für die Entschädigung von Fluggästen ausgeben.

Im vierten Quartal kalkuliert Air France-KLM mit einem Angebot von 85 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum 2019, also vor Ausbruch der Coronapandemie. Im ersten Quartal 2023 soll eine Quote von 90 Prozent erreicht werden.

Auch die British-Airways-Mutter IAG hat starke Zahlen vorgelegt. Der Umsatz des Konzerns lag im dritten Quartal mit gut 7,3 Milliarden Euro knapp ein Prozent höher als 2019. Trotz immenser Engpässe am Londoner Flughafen Heathrow stieg das Flugangebot von IAG im abgelaufenen Quartal auf 81,1 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Für das laufende vierte Quartal peilt die Fluggesellschaft 87 Prozent und im ersten Quartal 2023 schließlich 95 Prozent an.

Unter dem Strich verdiente IAG im dritten Quartal 853 Millionen Euro nach einem Verlust von 574 Millionen ein Jahr zuvor.

Auch die Lufthansa schrieb im dritten Quartal unter dem Strich wieder klar schwarze Zahlen. Der Überschuss lag in der stärksten Reisezeit des Jahres bei 809 Millionen Euro nach einem Verlust von 72 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Den operativen Gewinn konnte der Konzern auf etwa 1,1 Milliarden Euro mehr als vervierfachen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz verdoppelte sich in der Jahresfrist nahezu auf nun 10,1 Milliarden Euro.

Das Management peilt bereits für das laufende Jahr einen Milliardengewinn an und sieht mittelfristig glänzende Aussichten und eine höhere Profitabilität. Bis zum Jahresende sollen daher auch die restlichen noch offenen Staatshilfen aus Österreich und Belgien in Höhe von rund 500 Millionen Euro zurückgezahlt werden.

Lufthansa-Chef: »Wir haben den Krisenmodus hinter uns gelassen«

Es werde weltweit so schnell kein Überangebot an Flugreisen mehr geben, sagte Konzernchef Carsten Spohr am Donnerstag bei Vorlage der Geschäftszahlen. Es fehle an Ersatzteilen, verfügbaren Flugzeugen und in den USA auch an Piloten. Gleichzeitig steige die Nachfrage auch aus Asien, sodass es eine »gute Balance« mit »guten Preisen« geben werde. »Wir haben den Krisenmodus hinter uns gelassen«, sagte Spohr.

Die Kunden spürten die starke Auslastung der Jets vor allem an hohen Ticketpreisen. Die Durchschnittserlöse seien 23 Prozent höher gewesen als im Vergleichszeitraum von 2019, berichtete Spohr. Die Branche benötige höhere Einnahmen, um die anstehenden Investitionen bewältigen zu können, sagte der Lufthansa-Chef. Er beruhigte aber: »Weitere Steigerungen sehe ich derzeit nicht.« Vor allem in den USA gebe es bereits eine hohe Nachfrage nach Europareisen im kommenden Jahr. Der starke Dollar macht Urlaub in der Eurozone für US-Amerikaner billiger.

hej/Reuters
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