Coronakrise Reeder fordern mehr Hilfe für Seeleute

Wegen der Corona-Pandemie können weltweit 400.000 Seefahrer nicht von Bord ihrer Schiffe gehen. Der Verband Deutscher Reeder schlägt nun Alarm.
Passagierschiffe im Hafen von Piräus nahe Athen

Passagierschiffe im Hafen von Piräus nahe Athen

Foto: Angelos Tzortzinis / dpa

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat mehr Hilfe für Seeleute in der Corona-Pandemie verlangt. Sie müssten international als systemrelevant eingestuft und bevorzugt geimpft werden, forderte VDR-Präsident Alfred Hartmann. Außerdem müssten die teils rigiden Reiseeinschränkungen aufgehoben werden. Er verwies dabei auf zwei Resolutionen der Vereinten Nationen und ihrer Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation).

Die Vereinten Nationen hatten vergangene Woche in New York dem Personal an Bord von Seeschiffen den besonderen Status als key worker zuerkannt. Die ILO forderte die 187 Staaten auf, kurzfristige Besatzungswechsel zu ermöglichen und die medizinische Versorgung des Bordpersonals sicherzustellen.

Nach VDR-Angaben warten weltweit schätzungsweise 400.000 Seefahrer darauf, ihre Schiffe nach Ende ihres Einsatzes zu verlassen. Weil sie nicht an Land gehen dürften, keine Rückflüge nach Hause buchen könnten oder ihre Heimatstaaten sie nicht einreisen ließen, blieben Seeleute teils mehr als ein Jahr unfreiwillig an Bord.

»Die Seeleute liefern uns trotz Corona auch in diesem Jahr die Weihnachtsgeschenke und viele Waren, mit denen Weihnachten zu einem besonderen Fest gestaltet werden kann«, sagte Hartmann. Es sei deshalb besonders bitter, wenn viele von ihnen wegen der Pandemie selbst an den Festtagen nicht bei ihren Familien sein könnten.

ssu/dpa
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