In Coronakrise Rund 410.000 Anträge auf Kurzarbeit für Kliniken und Ärzte

Um Betten für mögliche Corona-Fälle freizuhalten, verschoben zahlreiche Krankenhäuser ab März Operationen. Andere Patienten mieden Arztpraxen. Beides wirkte sich auf die Arbeitszeit im Gesundheitswesen aus.
Arzt in einer Klinik (Archivbild): 1200 Krankenhäuser und knapp 48.300 Arzt- oder Zahnarztpraxen haben Kurzarbeit beantragt

Arzt in einer Klinik (Archivbild): 1200 Krankenhäuser und knapp 48.300 Arzt- oder Zahnarztpraxen haben Kurzarbeit beantragt

Foto:

Andreas Arnold/ dpa

Kliniken und Ärzte haben während der Coronavirus-Pandemie für rund 410.000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. In den Monaten März bis Mai hätten demnach bundesweit gut 1200 Krankenhäuser und knapp 48.300 Arzt- oder Zahnarztpraxen Kurzarbeit beantragt.

Unklar ist jedoch, wie viele dieser Mitarbeiter die Möglichkeit genutzt haben und tatsächlich in Kurzarbeit gegangen sind. Erfahrungsgemäß falle diese Zahl niedriger aus, heißt es in dem Schreiben, genaue Angaben erwarte die Bundesregierung aber erst in einigen Monaten.

Bund und Länder hatten die Krankenhäuser Mitte März aufgefordert, alle planbaren Operationen und Aufnahmen auszusetzen. Vor allem in Intensivstationen sollten vorsorglich freie Betten für Corona-Patienten geschaffen werden. (Lesen Sie hier, was das für zwei Krebspatienten bedeutete.)

Angesichts der langsameren Virusausbreitung rief die Politik im April dann dazu auf, schrittweise wieder mehr Operationen und andere wichtige Behandlungen aufzunehmen. Hintergrund waren auch Sorgen, dass Patienten andere Behandlungen aufschieben.

In der bisherigen Hochphase der Corona-Pandemie gingen zudem deutlich weniger Patienten in Arztpraxen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung lag die Zahl der Fälle mit persönlichem Kontakt zwischen Arzt und Patient in der letzten Märzwoche je nach Fachrichtung um 37 bis 64 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Das in der Coronakrise verabschiedete Krankenhausentlastungsgesetz sieht Zahlungen für freigehaltene Betten und zusätzlich geschaffene Intensivbetten vor. Niedergelassene Ärzte können Ausgleichszahlungen bei großen Umsatzeinbrüchen erhalten.

kko/dpa