Angst vor zweitem Lockdown Mittelstand schreibt Brandbrief an Merkel

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen wieder - das bereitet der Wirtschaft Sorge. Ein zweiter Lockdown müsse unbedingt verhindert werden, fordern nun die Mittelständler in einem Schreiben an die Kanzlerin.
Gastronomen sind von der Coronakrise schwer getroffen

Gastronomen sind von der Coronakrise schwer getroffen

Foto: Jens Kalaene/ DPA

Die Angst vor einem zweiten Corona-Lockdown treibt den Mittelstand um. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft warnte, ein erneutes Herunterfahren von öffentlichem Leben und Geschäftsleben würde erheblich größere Schäden in der Wirtschaft und vor allem im Mittelstand zur Folge haben als die ersten Beschränkungen im Frühjahr.

Das schrieb der Verband in einem "Brandbrief" an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder. Dieser wird in der kommenden "Focus"-Aufgabe veröffentlicht und lag der Nachrichtenagentur dpa vorab vor.

Viele Betriebe haben demnach ihre finanziellen Reserven aufgebraucht, bei einem zweiten Lockdown drohen Schließungen. Ein "überzogener Infektionsschutz" dürfe nicht wieder Vorrang vor dem Schutz von Wirtschaft und Wohlstand haben, hieß es in dem Schreiben.

Branchen kämpfen ums Überleben

Die aktuelle Entwicklung der Coronavirus-Zahlen in Deutschland, Europa und der Welt gebe dem Mittelstand Anlass zu größter Sorge. Der Mittelstand habe zusammen mit den Selbstständigen die Hauptlast des ersten Lockdowns im Frühjahr getragen.

In dem Brief steht dazu: "Ganze Branchen wie die Gastronomie, die Hotellerie, der Tourismus oder der Messebau kämpfen seither um das Überleben. Und nicht zuletzt die Kunst- und Kreativszene ist existenziell betroffen. Für den Herbst erwarten Experten eine Insolvenzwelle nie gekannten Ausmaßes ."

Staat finanziell überfordert?

Bei einem zweiten Lockdown wäre auch der Staat finanziell überfordert, fürchtet der Verband. Er sieht die ökonomische Zukunftsfähigkeit Deutschlands in Gefahr, Millionen Arbeits- und Ausbildungsplätze stünden auf dem Spiel.

Die Politik hatte milliardenschwere Programme beschlossen, um Jobs zu sichern. Wirtschaftsverbände fordern aber Nachbesserungen. Auch aus der Politik gibt es Forderungen, das Kurzarbeitergeld sowie staatliche Überbrückungshilfen für Firmen zu verlängern.

kko/dpa
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