Wegen Coronavirus VW-Konzern setzt Produktion in meisten europäischen Werken aus

Freitag ist vorerst die letzte Schicht: Volkswagen stoppt wegen der Coronakrise seine Produktion in den meisten Werken in Deutschland und Europa.
Neuwagen vor einem bereits geschlossenen VW-Werk im spanischen Pamplona

Neuwagen vor einem bereits geschlossenen VW-Werk im spanischen Pamplona

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JESUS DIGES/EPA-EFE/Shutterstock

Volkswagen stoppt wegen der Coronavirus-Krise seine Produktion in den meisten Werken in Deutschland und Europa. Der Konzern werde am Vormittag bekannt geben, dass diesen Freitag die letzte Schicht sei, hieß es in einem Brief des Betriebsrats an die Mitarbeiter.

Die VW-Tochter Audi fährt ihre Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn bis Ende dieser Woche schrittweise komplett herunter. Angesichts der deutlich verschlechterten Absatzlage und der sich abzeichnenden Unsicherheit der Teileversorgung der Werke "wird es an den meisten Standorten des Volkswagen-Konzerns zu Produktionsunterbrechungen kommen", teilte Audi mit.

Der Volkswagen-Konzern legte am Dienstag endgültige Zahlen für 2019 vor. Demnach fuhr die Kernmarke VW trotz eines durchwachsenen Geschäfts noch einmal einen höheren Gewinn ein. Auch die Töchter Audi und Porsche konnten sich verbessern.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf 2020 rechnet der weltgrößte Autokonzern aber mit deutlichen Folgen der Viruskrise. Konzernchef Herbert Diess warnte: "Die Corona-Pandemie stellt uns vor ungekannte operative und finanzielle Herausforderungen."

Die Konzern-Rekordwerte des Jahres 2019 würden von der Coronavirus-Krise völlig in den Hintergrund gedrängt, schrieb NordLB-Analyst Frank Schwope. "Der Einbruch der Auslieferungszahlen in China im Februar um fast drei Viertel im Vergleich zum Vorjahr ist krass und ohnegleichen." Was sich im Februar in China gezeigt habe, könne sich in den Monaten März und April auf viele andere wichtige Ländermärkte ausweiten.

"Prognose nahezu unmöglich"

"2020 ist ein sehr schwieriges Jahr", sagte Diess weiter. Auch die konjunkturelle Situation mache ihm Sorgen. "Durch die Bündelung unserer Kräfte, eine enge Zusammenarbeit und gute Moral im Konzern wird es uns gelingen, die Coronakrise zu bewältigen."

Finanzvorstand Frank Witter erklärte, es sei mit Blick auf die Folgen der Virusausbreitung noch "ungewiss, mit welcher Schwere und Dauer dies auch den Volkswagen-Konzern treffen wird. Eine verlässliche Prognose ist derzeit nahezu unmöglich".

VW hatte in zahlreichen chinesischen Fabriken zwischenzeitlich die Produktion aussetzen müssen, inzwischen soll sich die Lage in der Volksrepublik aber wieder etwas stabilisieren. In Deutschland gibt es derweil die ersten bestätigten Infektionsfälle in der Belegschaft.

jon/dab/dpa