Einschränkungen für Einstieg in Hamburg Cosco warnt Anleger vor einem möglichen Scheitern des Hafendeals

»Es gibt keine Garantie dafür, dass die Transaktion stattfinden wird«: Die chinesische Staatsreederei Cosco reagiert zurückhaltend auf den Ampelkompromiss. Man habe die Auflagen der Bundesregierung aber noch gar nicht erhalten.
Containerschiff der Cosco-Reederei am Terminal Tollerort im Hamburger Hafen

Containerschiff der Cosco-Reederei am Terminal Tollerort im Hamburger Hafen

Foto: Jonas Walzberg / dpa

Die chinesische Staatsreederei Cosco hat zurückhaltend auf die Einschränkungen der Bundesregierung beim Einstieg in den Betreiber eines Terminals am Hamburger Hafen reagiert. Man habe die Entscheidung und die Auflagen noch nicht erhalten und müsse sie prüfen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung , die sich an die eigenen Investoren richtet. Cosco verweist lediglich auf die Pressmitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums, in der diese Einschränkungen beschrieben werden.

Dann wird klargestellt, dass der Einstieg beim Hamburger Hafenterminal unter diesen Umständen nicht sicher sei. »Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Erfüllung oder des Verzichts auf aufschiebende Bedingungen. Es gibt keine Garantie, dass die Transaktion stattfinden wird oder wann sie stattfinden kann«, werden Anleger in der Mitteilung gewarnt. Cosco erinnert zudem daran, dass mit dem Logistikkonzern HHLA eigentlich der Kauf von 35 Prozent und nicht von nur 24,9 Prozent vereinbart worden war.

Zuvor hatte das Bundeskabinett trotz erheblicher Bedenken mehrerer Ministerien auf Druck von Kanzler Olaf Scholz (SPD) den Einstieg der Chinesen gebilligt – wenn auch in abgeschwächter Form. Konkret wurde eine Teiluntersagung des ursprünglichen Vorhabens beschlossen. Demnach werden Cosco nur 24,9 Prozent am Terminal und kein Einfluss auf die Führung der Betreibergesellschaft eingeräumt. Trotz der Einigung ist die Kritik innerhalb der Regierung an dem Geschäft erheblich.

Dagegen begrüßte Hamburgs SPD-Regierungschef Peter Tschentscher die Entscheidung der Bundesregierung. »Es ist für die Sicherheit und Unabhängigkeit Deutschlands von größter Bedeutung, dass der Hamburger Hafen im internationalen Wettbewerb bestehen und leistungsfähig arbeiten kann«, teilte er mit. »Die Beteiligung von Reedereien am Betrieb von Terminals ist branchenüblich, wird weltweit zur effizienten Organisation der Logistik praktiziert und muss auch in Hamburg möglich sein.«

fdi/Reuters
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