Chinas Immobilienkrise Gläubiger fordern Liquidierung von Bauriesen Country Garden
Grün ist die Hoffnung? Hauptquartier des Konzerns Country Garden in Foshan
Foto: Jade Gao / AFPIn der schwelenden Immobilienkrise Chinas muss sich erneut ein großer und hoch verschuldeter Bauträger vor Gericht gegen einen Antrag auf Abwicklung wehren. Der betroffene Konzern Country Garden bestätigte in einer Börsenmitteilung am Mittwochmorgen (Ortszeit), dass sein Gläubiger Ever Credit Limited dies vor einem Gericht in Hongkong erwirken will. Es gehe um einen nicht gezahlten Kredit in Höhe von 1,6 Milliarden Hongkongdollar (etwa 188,6 Millionen Euro) zuzüglich Zinsen. Das Gericht setzte die erste Anhörung laut Country Garden für den 17. Mai fest.
Nach der angeordneten Zerschlagung des mit umgerechnet mehr als 300 Milliarden US-Dollar weltweit am höchsten verschuldeten Immobilienentwicklers China Evergrande Ende Januar droht damit erneut einem wichtigen Bauträger aus dem Reich der Mitte die Liquidation. Die Krise in dem Sektor, der rund ein Fünftel zur jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt, lastet schwer auf der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Regierung in Peking versuchte bereits, mit Lockerungen bei der Kreditvergabe und einer Liste von Bauprojekten gegenzusteuern, in die Banken investieren sollen.
Ein strauchelnder Gigant?
Laut dem Portal fortune.com setzte Country Garden im vergangenen Jahr noch knapp 64 Milliarden US-Dollar um . Die Mitarbeiterzahl war zuletzt reduziert worden, 2023 lag sie aber noch bei fast 70.000 Beschäftigten.
Country Garden werde sich der Forderung »energisch widersetzen«, teilte der an der Hongkonger Börse gelistete Konzern mit. Die Immobilienfirma aus dem südchinesischen Foshan galt einst als größter Entwickler nach Verkäufen und erarbeitet derzeit laut Mitteilung mit ausländischen Gläubigern eine Restrukturierung. Country Garden rechnet demnach nicht damit, dass der Antrag vor dem Hongkonger Gericht eine »bedeutende Auswirkung« auf diesen Prozess oder dessen Zeitplan haben wird. An der Börse in der chinesischen Sonderverwaltungsregion rutschte der Kurs des Unternehmens am Vormittag nach Handelseröffnung zeitweise um elf Prozent ab.