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Daimler: Vom Smart bis zur S-Klasse

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Crashtest Daimler profitiert von Premiumrendite

Daimler rüstet sich bereits mit Sparprogrammen für die konjunkturelle Eiszeit. Gleichzeitig treibt Konzernchef Dieter Zetsche die Verjüngung der Flotte unbeirrt voran. Das könnte den Schwaben einen Boom bescheren, wenn die Krise vorüber ist.

Portfolio: Je nach Standpunkt lässt sich die Mercedes-Flotte als distinguiert oder bieder beschreiben. Die neue A-Klasse soll das ändern, doch sie zeigt, wie wenig die Mercedes-Ingenieure von jüngeren Kunden verstehen. "Beim Versuch, interessant zu sein, ist eine Design-Suppe herausgekommen", kritisiert Designprofessor Paolo Tumminelli. Daimler-Chef Dieter Zetsche hofft auf die bald anstehenden Modellwechsel. Bis 2015 sollen 30 neue Fahrzeugmodelle auf den Markt kommen. Zehn davon zielen auf neue Marktsegmente. Die Kooperation mit Renault soll dabei helfen.

Technologie: Gemeinsam mit BMW und Volkswagen bildet Mercedes das Spitzentrio in den Ranglisten der innovativsten Autokonzerne. Vor allem beim Kapitel Sicherheit sind die Stuttgarter vorn. Großes Know-how besitzen sie auch bei Zukunftstechnologien wie Brennstoffzellen und Batterien. Das Management muss bei den angekündigten Sparanstrengungen nur darauf achten, dass der Etat für Forschung und Entwicklung nicht zu stark gestutzt wird.

Absatzmärkte: In Westeuropa tun sich die Schwaben derzeit schwer. 2011 verkaufte der Konzern dort 19 Prozent weniger Autos als vor zehn Jahren. Auf dem Zukunftsmarkt China hinkt der Konzern zwar den direkten Konkurrenten Audi und BMW hinterher. Für sich genommen indes fängt das China-Plus von zehn Prozent in den ersten neun Monaten einen Teil der Rückgänge in Europa auf. Auch in den USA und in Russland sind die Schwaben gut aufgestellt.

Profitabilität: Pro Auto verdiente Mercedes 2011 durchschnittlich gut 6000 Euro - ein Spitzenwert, der nur von Porsche übertroffen wird. Trotzdem schneiden die Schwaben bei der Rendite (7,8 Prozent) schlechter ab als BMW (11,6 Prozent) und VW-Tochter Audi (11,5 Prozent). Um profitabler zu werden, sollen bis Ende 2014 zwei Milliarden Euro gespart werden - die Hälfte davon bereits im kommenden Jahr. Das Programm trägt den Namen "Fit for Leadership".

Betriebsfrieden: Der angekündigte Sparkurs wird die Belegschaft an vielen Stellen zwicken. Frei werdende Stellen sollen nach Möglichkeit nicht wieder besetzt, ältere Arbeitnehmer für Teilzeitmodelle gewonnen werden. Größere Zerwürfnisse sind dennoch nicht zu erwarten, denn für die meisten der knapp 167.000 Beschäftigten an den deutschen Standorten gilt eine Beschäftigungsgarantie bis 2016. Vor allem die mehr als 4000 Leiharbeiter dürften vom neuen Sparkurs betroffen sein.

Foto: Oliver_Multhaup/ picture-alliance / dpa/dpaweb
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