Mutmaßlicher Betrugsfall bei Credit Suisse Russischer Oligarch fordert 500 Millionen Franken von Schweizer Großbank

Er sieht sich von einem Ex-Berater um einen Teil seines Vermögens gebracht: Der russischstämmige Oligarch Witali Malkin fordert von der Credit Suisse einem Bericht zufolge 500 Millionen Franken. Die Bank wehrt sich.
Logo der Credit Suisse in Zürich: Ärger um Ex-Berater

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Foto: ENNIO LEANZA / EPA

Ein russischstämmiger Oligarch hat die Schweizer Großbank Credit Suisse wegen angeblich durch einen Finanzberater verursachter Verluste auf 500 Millionen Schweizer Franken (491 Millionen Euro) Entschädigung verklagt. Wie die Schweizer »Sonntagszeitung« berichtet, beauftragte der in Monaco lebende Geschäftsmann Witali Malkin eine US-Kanzlei, ihn im Rechtsstreit mit Credit Suisse zu vertreten. Die Großbank wies auf Anfrage sämtliche Vorwürfe zurück.

Malkin will laut dem Bericht von der Credit Suisse für die Verluste entschädigt werden, die ihm ein ehemaliger Kundenberater eingebrockt haben soll. Da die Bank bisher nicht auf sein Gesprächsangebot eingegangen sei, wolle der Geschäftsmann nun den Druck erhöhen, hieß es.

Ein Finanzberater der Credit Suisse war 2018 wegen Veruntreuung von Kundengeldern zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden und hatte zwei Jahre später Suizid begangen. Einer der geschädigten Kunden ist dem Zeitungsbericht zufolge Malkin.

Dieser wisse bis heute nicht genau, was mit seinem Vermögen geschehen sei, schreibt die »Sonntagszeitung« weiter. Die Zeitung beruft sich auf Dokumente, wonach 2007 insgesamt 824 Millionen Franken von Malkin in einem komplexen Vermögenskonstrukt steckten. Ein Jahr später waren es demnach rund 600 Millionen weniger.

Dem Bericht zufolge will Malkin weitere Dokumente von der Bank. Diese wiederum weist sämtliche Vorwürfe zurück.

Malkin ist ein früherer Geschäftspartner des ehemaligen georgischen Regierungschefs Bidsina Iwanischwili. Iwanischwili war kürzlich von einem Gericht auf den Bermudas wegen Verlusten im Zusammenhang mit dem Credit-Suisse-Finanzberater eine Millionenentschädigung zugesprochen worden. Die Bank kündigte Berufung an.

Alle seit 2015 in dem Fall vorgenommenen Untersuchungen hätten ergeben, dass der Finanzberater allein gehandelt und innerhalb der Bank keine Unterstützung bei seinen »kriminellen Aktivitäten« gehabt habe, betonte Credit Suisse am Sonntag. Die Bank gehöre selbst zu den Geschädigten in der Affäre.

mmq/dpa-AFX/AFP
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