Impfstoffhersteller Curevacs Technologiechefin verlässt das Unternehmen

Der personelle Umbruch in der Führung von Curevac geht weiter: Nach 16 Jahren verlässt die Technologiechefin Mariola Fotin-Mleczek das Unternehmen. Dabei forscht es gerade am neuen Impfstoff.
Firmenzentrale von Curevac in Tübingen: erst gescheitert, jetzt neue Hoffnung

Firmenzentrale von Curevac in Tübingen: erst gescheitert, jetzt neue Hoffnung

Foto: Thomas Kienzle / AFP

Die bisherige Technologiechefin von Curevac verlässt das Tübinger Unternehmen. Nach 16 Jahren wird Mariola Fotin-Mleczek, die auch Vorstandsmitglied ist, die Firma Ende Januar verlassen, teilte Curevac mit. Auf ihren Posten soll Igor Splawski nachrücken, der bisher Forschungschef war. Fotin-Mleczek wolle nach 33 Jahren in Deutschland zurück in ihre Heimat Polen und dort ein Familienunternehmen außerhalb der Biotech-Branche aufbauen, hieß es von Curevac.

Es ist nicht der erste personelle Umbruch in der Führung des Unternehmens. Im vergangenen Juni ersetzte etwa der ehemalige Sanofi-Manager Malte Greunde den Mitgründer und Produktionsvorstand Florian von der Mülbe. Erst kurz davor hatte der Mitgründer Ingmar Hoerr mitgeteilt, nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren zu wollen.

Der erste Impfstoff war ein Reinfall

Das Tübinger Unternehmen, zu deren Großinvestoren auch Dietmar Hopp zählt, strauchelt aber nicht nur personell, sondern auch finanziell: Allein im dritten Quartal 2021 machten die Tübinger über 143 Millionen Euro Verlust. Der Hauptgrund dafür waren die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten für den Impfstoff »CVnCoV«, den ersten Impfstoffkandidaten des Unternehmens. Nach enttäuschenden Studienergebnissen hatte Curevac die Entwicklung des Impfstoffes im vergangenen Oktober gestoppt.

Zusammen mit dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline arbeitet das Unternehmen inzwischen an einem Impfstoff zweiter Generation. In einer präklinischen Studie mit Affen zeigte der Impfstoff eine verbesserte Wirkung. Sprecher von Curevac gingen zuletzt davon aus, dass es noch in diesem Jahr zu einer Zulassung kommen soll.

jlk/dpa