Unerwünschte Geldflut Dänemark fürchtet den Schweiz-Schock

Dänemark hat ein Problem: Massenhaft Geld strömt ins Land. Steigt nun der Kurs der Krone? Die Nationalbank stemmt sich mit Milliarden dagegen - anders als zuletzt die Schweizer Zentralbank.
Kopenhagen (Archiv): Im Februar 174 Milliarden Kronen in Fremdwährungen gesteckt

Kopenhagen (Archiv): Im Februar 174 Milliarden Kronen in Fremdwährungen gesteckt

Foto: ? Bob Strong / Reuters/ REUTERS

Stabil ist das Verhältnis zwischen der Euro-Zone und dem Nachbarland Dänemark nur auf den ersten Blick: Seit eh und je hält sich der Wechselkurs in einem engen Band um 7,46 dänische Kronen je Euro. Doch im Hintergrund geht es turbulent zu.

Nach eigenen Angaben hat die Dänische Nationalbank im Februar Fremdwährungen (vor allem Euro) im Rekordwert von 174 Milliarden Kronen gekauft. Das ist der Preis, um eine Aufwertung der Krone zu verhindern, die dänische Produkte im Ausland verteuern und über billigere Importe Deflation ins Land bringen würde.

In den ersten beiden Monaten des Jahres sind die Devisenbestände der Nationalbank um 68 Prozent angewachsen. Das spiegelt die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Kronen wieder, die ohne diese Intervention zu einem höheren Kronen-Kurs führen würde.

Entfacht wurde die Spekulation im Januar, als die Schweiz sich vom Euro löste. Das nährte am Finanzmarkt die Erwartung, Dänemark könne das gleiche tun. Doch im Unterschied zu den Schweizern sehen die Dänen den festen Wechselkurs als oberstes Ziel ihrer Geldpolitik an. Mit den massiven Käufen unterstreicht die Nationalbank ihre Entschlossenheit.

Nach eigenen Angaben hat sie das inzwischen bewältigt. Den Großteil der Devisen habe sie in den ersten Februartagen gekauft, als sie auch den Einlagenzins auf das Rekordtief von minus 0,75 Prozent senkte - alles, um hereinströmendes Kapital abzuschrecken. Ende Februar sei sie nicht mehr am Devisenmarkt aktiv gewesen, erklärt die Zentralbank.

Das "Wall Street Journal" zitiert jedoch  Volkswirt Jens Nordvig von der Investmentbank Nomura, es sei "zu früh zu sagen, dass die Schlacht vorüber ist". Wenn die Spekulation weitergehe, könnten "extreme Maßnahmen" notwendig sein, um die seit 1982 zur Mark und in deren Nachfolge zum Euro gepflegte Festkurspolitik zu verteidigen. Als Beispiele nennt er Kapitalkontrollen oder Transaktionssteuern. Wer in Dänemark investieren will, würde damit bestraft.