Daimler Comeback aus dem Keller

Daimler-Chef Dieter Zetsche stand Anfang 2013 schon fast vor dem Aus. Inzwischen ist er wieder unangefochten die Nummer eins im Konzern - und Daimler in Schlagdistanz zu seinen Rivalen.
Daimler-Designcenter in China: Auto 2.0 als Programm

Daimler-Designcenter in China: Auto 2.0 als Programm

Foto: Daimler

Produktpalette:

In allen Wagenklassen geht Mercedes mit ziemlich jungen Modellen an den Start. Star der Palette ist die C-Klasse, die erst seit wenigen Monaten auf dem Markt ist. Auch der neue Van der V-Klasse ist ein Beleg dafür, wie viel sich bei den Stuttgartern getan hat. Anders als der Vorgänger namens Viano, der noch stark an ein Nutzfahrzeug erinnerte, fährt sich der Familienvan wie ein großer Pkw. Die wichtige E-Klasse muss noch gut ein Jahr durchhalten. Nach unten hin nimmt Daimler mit dem brandneuen Smart als Zwei- und als Viersitzer einen neuen Anlauf bei den Kleinwagen - hier ist dem Konzern in der Vergangenheit wenig geglückt. Am oberen Ende rangiert die Sportwagenschmiede AMG, die künftig mit günstigeren Varianten mehr Stückzahlen schaffen soll. Dieses Jahr soll zunächst im Zeichen der SUVs stehen: gleich vier neue oder komplett überarbeitete Modelle gehen an den Start.

Technologie:

Daimler-Chef Dieter Zetsche bezeichnet es als "Auto 2.0": Eine Fülle von Sensoren, intelligenten Kamerasystemen und elektronischen Steuerungen soll schon bald das autonome Fahren zur Serienreife bringen. Auch der Plug-in-Hybrid spielt in den Planungen eine große Rolle. Ein Modell dieser Art bietet Mercedes in jeder wichtigen Klasse an und will das Angebot stark ausbauen. Geplant ist, die Montagewerke so umzurüsten, dass dort auch diese komplexen Antriebe gebaut werden können.

Absatzmärkte:

Das Jahr 2014 wird als Jahr des Comebacks von Mercedes in Erinnerung bleiben. Das gilt im Grunde für alle Märkte, die Mercedes bedient: Europa, die USA, China und Russland. Der größte Aufholbedarf bestand in China, wo die Stuttgarter in den Jahren zuvor noch von BMW und Audi deklassiert wurden. Noch ist der Abstand zu den Erzkonkurrenten zwar groß, doch der Trend spricht eindeutig für Mercedes.

Profitabilität:

Die Absatzrekorde sprechen für sich. Doch auch die Umsatzrendite stimmt inzwischen wieder. Im dritten Quartal betrug sie 8,5 Prozent. Die Analysten von J.P. Morgan rechnen mit einer weiteren Steigerung für 2015 und für das kommende Jahr. Was den Gewinn für jedes verkaufte Auto betrifft, liegen die Stuttgarter mit 3775 Euro vor BMW (3300 Euro) und Audi (2698 Euro). Auch die Liaison mit Renault trägt bereits Früchte: Die Entwicklung des neuen Smart war deutlich billiger, was die Gewinnaussichten erheblich verbessert.

Betriebsklima:

Der wirtschaftliche Erfolg sorgte für eine entspanntere Stimmung zwischen Belegschaft und Konzernführung. Auch der Stabwechsel im Betriebsrat hat dazu beigetragen: Michael Brecht, der Nachfolger des legendären Betriebsratschefs Erich Klemm, versteht sich viel besser auf Diplomatie als sein Vorgänger. Zetsche und Brecht lassen sich sogar gemeinsam in der Kantine sehen.

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