Schwaches Kerngeschäft Daimler-Gewinn sinkt im ersten Quartal

Daimler kämpft mit einem Einbruch des Absatzes und hohen Kosten, bald soll ein Sparprogramm aufgelegt werden. Für das Geschäft am Jahresbeginn hat Daimler keine guten Neuigkeiten.

Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Shanghai Auto Show (Archiv)
GREG BAKER/ AFP

Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Shanghai Auto Show (Archiv)


Daimler muss erneut Rückschläge im Autogeschäft hinnehmen. In den ersten drei Monaten sanken Umsatz und Gewinn wegen des schwachen Kerngeschäfts und weiterhin hohen Ausgaben. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr leicht von 39,8 auf 39,7 Milliarden Euro zurück, teilte das Unternehmen mit. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von rund 2,1 Milliarden Euro - nach 2,27 Milliarden im ersten Quartal 2018.

Vor allem wegen diverser Modellwechsel hat Daimler aktuell mit einem Einbruch bei den Absatzzahlen zu kämpfen. Im ersten Quartal verkaufte der Premiumhersteller weltweit vier Prozent weniger Autos und Nutzfahrzeuge. Bei Mercedes Benz ging der Absatz sogar um sieben Prozent zurück.

Mit diesem Jahresstart sei Daimler nicht zufrieden, sagte der scheidende Vorstandschef Dieter Zetsche. "Nun gilt es, mit aller Kraft auf unsere Jahresziele hinzuarbeiten." Absatz, Umsatz und Ergebnis sollen 2019 leicht steigen.

Angesichts der Schwierigkeiten in der Branche und dem drastischen Gewinnrückgang, den Daimler schon für das Gesamtjahr 2018 verbuchen musste, hat der Konzern ein Sparprogramm in Aussicht gestellt, das mit einem massiven Personalabbau einhergehen könnte. Dazu sind aber noch keine Details bekannt.

Ford schwächelt weniger stark als erwartet

Auch beim zweitgrößten US-Autobauer Ford sank der Gewinn im ersten Quartal im Jahresvergleich um über ein Drittel auf 1,15 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Der starke Rückgang war jedoch vor allem einmaligen Sonderkosten geschuldet, zudem war am Markt mit einem noch schwächeren Ergebnis gerechnet worden. Die Aktie legte nachbörslich um neun Prozent zu.

Fords Umsatz sank um rund vier Prozent auf 40,3 Milliarden Dollar. Finanzchef Bob Shanks zeigte sich dennoch zufrieden und versprach den Aktionären, dass der Konzern auf Kurs sei, 2019 bessere Ergebnisse zu liefern als im Vorjahr.

Vorstandschef Jim Hackett hat Ford ein radikales Sparprogramm verschrieben. Im Rahmen seiner Offensive zur Neuaufstellung und Kostensenkung hat Hackett auch schon angekündigt, zahlreiche Jobs in Europa zu streichen, wo sich das Unternehmen - wie auch in China und Südamerika - schwer tut.

kko/dpa/Reuters



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