Nach Gewinnwarnung Daimler-Aktie sackt ab

Nach der Gewinnwarnung von Daimler haben Anleger in großem Stil Aktien des Autokonzerns verkauft. Der Kurs gab um mehr als vier Prozent nach. Analysten warnen vor weiteren schlechten Nachrichten.

Mercedes-Logo in einem Werk in Rastatt
Kai Pfaffenbach / REUTERS

Mercedes-Logo in einem Werk in Rastatt


Die Aktie von Daimler ist mit einem deutlichen Verlust in die neue Woche gestartet. Die Papiere gaben zeitweise um 4,5 Prozent nach. Damit war Daimler Verlierer im Leitindex Dax Chart zeigen. Der Konzern hatte am Sonntagabend eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

Daimler Chart zeigen muss infolge des Diesel-Skandals einen hohen dreistelligen Millionenbetrag an Rückstellungen bilden. Entsprechend sinken die Gewinnaussichten. Für das Gesamtjahr rechnet Daimler nur noch mit einem operativen Gewinn etwa auf Vorjahresniveau - und plant einen stammen Sparkurs.

Sparprogramm soll ohne Arbeitsplatzabbau auskommen

Dabei will Daimler offenbar ohne Abbau von Arbeitsplätzen auskommen. Unternehmen und Betriebsrat hätten eine entsprechende Vereinbarung ausgehandelt, sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht der Nachrichtenagentur dpa zufolge. "Wir haben klar geregelt, dass es kein Personalabbauprogramm gibt."

Vor betriebsbedingten Kündigungen sind die Beschäftigten zwar ohnehin geschützt, ein Abfindungsprogramm oder ähnliches werde es den Angaben zufolge aber auch nicht geben. Die Vereinbarung gelte zunächst bis Ende 2021 für rund 60.000 Beschäftigte in den sogenannten indirekten Bereichen, also in der Verwaltung, der Entwicklung oder der Logistik. In der Produktion sei das nicht notwendig, weil der Personaleinsatz dort ohnehin flexibel je nach Auslastung gesteuert werde - etwa über den Einsatz von Zeitarbeitern.

Die Gewinnwarnung wiederum komme nicht überraschend, schrieb Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies - ihr Umfang dagegen schon. Nach Einschätzung des Analysten Jose Asumendi von der US-Investmentbank JPMorgan müssen sich die Anleger womöglich auf weitere Belastungen im Jahresverlauf einstellen. Da Daimler mit den Behörden kooperiere, hält er weitere Rückstellungen für möglich, sagte Asumendi.

Die Dieselaffäre kommt zu anderen Problemen der Autobranche hinzu. So lastete zuletzt der Handelsstreit zwischen den USA und China auf den Geschäften, genauso wie die Einführung neuer Abgas- und Sprit-Verbrauchstests in der EU.

Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler verwies darauf, dass auch das Kerngeschäft Mercedes-Benz Cars momentan ziemlich schlecht laufe. Die Hoffnung auf frische Impulse durch den neuen Konzernchef Ola Källenius verfliege ziemlich schnell.

mmq/apr/Reuters/dpa-AFX



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
sabinemtl 24.06.2019
1. Topp
Einen Artikel über "abgesakte" Aktie schreiben, ohne den Aktienwert auch nur 1x zu erwähnen ... TOPP! (Achtung: Ironie!)
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