Großinvestition Daimler steckt eine Milliarde Dollar in US-Standort

Daimler will die Elektromobilität ausbauen und investiert dafür in einen US-Standort. Damit reiht sich der Konzern in die Reihe der Konkurrenten ein, die ebenfalls Millionen in den US-Markt stecken.


Daimler investiert eine Milliarde Dollar für seine Elektroauto-Pläne in den Mercedes-Standort Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama. "Ein Großteil der Investition soll in die Umsetzung der Elektro-Offensive fließen", teilte der Konzern mit. Dazu gehört neben dem Umbau der Fertigung auch ein Batteriewerk. Geplant seien mehr als 600 zusätzliche Arbeitsplätze.

Daimler reiht sich damit ein in den Kreis der Autokonzerne, die ihre Investitionen in den USA verstärken, obwohl an dem hochprofitablen Markt Flaute herrscht. BMW kündigte im Juni an, in seine Fabrik in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina weitere 600 Millionen Dollar zu stecken und bis 2021 zusätzliche 1000 Stellen zu schaffen. Die japanischen Autobauer Toyota und Mazda planen ein gemeinsames Werk mit einer Kapazität von 300.000 Pkw jährlich und 4000 Arbeitsplätzen. Honda will seine Fabrik in Ohio ausbauen.

Mit der Milliardeninvestition kann Daimler den Vorwürfen von US-Präsident Donald Trump gegen die deutschen Autobauer und ihre angeblich unfair hohen Exporte in die USA etwas entgegensetzen. Grund für die Investitionsentscheidung ist aber die schon angekündigte Umstellung auf mehr Modelle mit emissionsfreiem Antrieb. Der Dax-Konzern peilt bis 2025 mit reinen Elektroautos einen Anteil am weltweiten Absatz von etwa einem Viertel an. Bis 2022 sind mehr als zehn Modelle geplant.

Ausbau der Elektromobilität

Mit der Investition von umgerechnet 840 Millionen Euro sei das Produktionsnetzwerk in Europa, China und den USA auf den Ausbau der Elektromobilität vorbereitet, erklärte Mercedes-Produktionschef Markus Schäfer. Mercedes-Benz habe nun sechs Standorte auf drei Kontinenten für den Bau von Elektrofahrzeugen.

Im Werk Tuscaloosa könnten reine Stromautos und solche mit Hybrid- oder Verbrennungsmotoren auf einer Linie vom Band laufen, erklärte Schäfer weiter. Das dämpft die Kosten. Der Standort baut mit seinen rund 3700 Beschäftigten vor allem die großen SUVs GLS und GLE, von denen 70 Prozent für den Export aus den USA bestimmt sind. Auch die C-Klasse läuft dort vom Band für den nordamerikanischen Markt. Im vergangenen Jahr belief sich die Fertigung auf mehr als 310.000 Fahrzeuge.

ehh/Reuters



insgesamt 15 Beiträge
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aurichter 21.09.2017
1. Ach die lieben Aktionäre
Zitat/Mit der Milliardeninvestition kann Daimler den Vorwürfen von US-PräsidentDonald Trumpgegen die deutschen Autobauer und ihre angeblich unfair hohen Exporte in die USA etwas entgegensetzen./Ende. Deutsche Autobauer welch Hohn! Da werden nun Milliarden auf dem US Markt investiert nachdem der blonde Pudel soviel Wind gemacht hat und die Arbeitnehmer im "Heimatland" finden keine Berücksichtigung! Investitionen nach dem Geschmack der Aktionäre, die Schiss haben, dass Donald Trump seine Versprechungen auch nur halbwegs wahr machen könnte. Er hat damit sein Ziel erreicht, obwohl die Manager wie Zetsche permanent das Gespenst Protektionismus verurteilen, wird hintenherum schon danach investiert. Zukunftsträchtige Technologien werden somit in Trumpland ordentlich gepimpert und im Stammland wurschtelt man weiter an Technik, die zum Abschuß freigegeben ist. Arbeitsplätze in den Staaten für die Zukunft sichern, im Stammland weiter abbauen. So schamlos ticken diese Unternehmensführer, da interessiert nur der Profit in Zukunft, man ist ja ein Global Player und die Millionen an Managergehälter können überall ausgegeben werden, alle Annehmlichkeiten wie auch Privatschulen für die Ableger finden sich auch überall. Also heisst es ab jetzt nur noch Asien oder Nordamerika, erstere wegen der Produktionskosten und zweitere aus Schiss den Markt zu verlieren! Wie es richtig geht, dies hat BMW ja vor gemacht.
herm16 21.09.2017
2. kommentar aurichter
Sie liegen falsch. Die Industrie verschwindet so langsam aus dem technikfeindlichen Land Deutschland. Wir gehen Dank den Umweltverbänden zurück in Höhlen, werden Jäger und Sammler
flitzepete 21.09.2017
3. @ 1 - Ach die lieben Stammland Aktivisten
Haben Sie mitbekommen das Daimler jedes Jahr solche Summen in die heimischen Produktionsstätten investiert. Haben Sie mitbekommen, dass Daimler auch im Stammland eine Batterieproduktion aufbauen möchte? Von welchem Stellenabbau im Stammland reden Sie? Daimler ist ein global tätiger Konzern. Investitionen in internationale Märkte sind notwendig, um auf diesen Märkten weiter bestehen zu können und am Ende überbezahlte Montagearbeiter im Stammland weiter bezahlen zu können. Würde Daimler wirklich nur im Interesse der Aktionäre handeln, wäre der Grad der Automatisierung bereits sehr viel höher als er es heute ist.
hwdtrier 21.09.2017
4. Vorwärts mit Trump
Immer mehr Arbeitsplätze und immer mehr Firmen die wieder in US investieren. Trumps Plan geht auf.
redneck 22.09.2017
5.
Zitat von flitzepeteHaben Sie mitbekommen das Daimler jedes Jahr solche Summen in die heimischen Produktionsstätten investiert. Haben Sie mitbekommen, dass Daimler auch im Stammland eine Batterieproduktion aufbauen möchte? Von welchem Stellenabbau im Stammland reden Sie? Daimler ist ein global tätiger Konzern. Investitionen in internationale Märkte sind notwendig, um auf diesen Märkten weiter bestehen zu können und am Ende überbezahlte Montagearbeiter im Stammland weiter bezahlen zu können. Würde Daimler wirklich nur im Interesse der Aktionäre handeln, wäre der Grad der Automatisierung bereits sehr viel höher als er es heute ist.
Da irrst. Auch wenn R&D auf den Investitionen steht - es geht eigentlich nur für Koordinationsaufgaben zwischen Pflichtenheftschreibern und Zulieferer drauf. ...Das gleiche Teil zum halben Preis... Die Produktion eines Auto ist automatisiert. Mehr geht mit heutigen Produkten nicht sinnvoll. Es stimmen weder Konzept-, Engineering- oder Produktion weil das Marketing bestimmt was geht, nicht was sinnvoll ist. Ein Robot E-Auto braucht eigentlich keine Sicherheitsfeatures. Tschüs Gurten und Knautschzone. Ein fliegender Teppich könnts sein. E Mobile sind das Antethem für dt. Hersteller.
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