Geely-Chef Li Shufu Chinesischer Milliardär war auch an BMW interessiert

Vor seinem Einstieg bei Daimler umwarb der Chef des chinesischen Autokonzerns Geely nach SPIEGEL-Informationen den Rivalen BMW. Doch die Münchner suchten sich lieber einen anderen Partner.
BMW X4

BMW X4

Foto: Robert Hradil/ Getty Images

Der chinesische Milliardär Li Shufu hatte sich vor seinem Einstieg beim Autohersteller Daimler nach SPIEGEL-Informationen auch um eine Zusammenarbeit mit BMW bemüht. Der Gründer des Autokonzerns Geely traf die BMW-Spitze im Jahr 2016 zu vertraulichen Gesprächen. Dabei versprach Li, er könne BMW einen besseren Zugang zum chinesischen Markt verschaffen - und Kontakte zu hochrangigen politischen Entscheidungsträgern herstellen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Anders als später bei Daimler stand aber offenbar kein Anteilskauf durch den Chinesen zur Diskussion. BMW suchte damals einen Partner für die Produktion einer Elektroversion des Kleinwagens Mini in China. Wenn ein deutscher Hersteller in China produzieren will, muss er dafür ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem inländischen Anbieter gründen.

BMW sprach allerdings nicht nur mit Li Shufu, sondern auch mit dessen Wettbewerbern. Mittlerweile hat sich der Münchner Konzern gegen Geely entschieden: Kürzlich verkündete der Autobauer, in China künftig mit dem Geely-Rivalen Great Wall kooperieren zu wollen.

Geely verfolgt große Pläne

Zu früheren Gesprächen mit möglichen Partnern will sich BMW nicht äußern. Der Autokonzern betont jedoch, man habe sich bewusst für Great Wall entschieden: Das chinesische Unternehmen kenne sich besonders gut mit Elektroautos aus.

Der frühere Kontakt zum Premiumhersteller BMW macht deutlich, welch große Pläne Geely verfolgt. Das chinesische Unternehmen, gegründet 1986, will zu einem der weltweit führenden Autokonzerne aufsteigen. Um sich die Märkte außerhalb Chinas zu erschließen, bemüht sich Geely-Gründer Li Shufu um möglichst enge Partnerschaften mit namhaften westlichen Traditionsherstellern. Davon erhofft sich Li ein besseres Image, mehr technisches Know-how und Kostenersparnisse in der Produktion.

Zwischenzeitlich hatte Li auch einen Einstieg beim Autohersteller Fiat-Chrysler erwogen, diesen Plan jedoch verworfen. Der Daimler-Konzern und dessen Marke Mercedes reizten ihn offenbar mehr. Ende Februar verkündete Li, knapp zehn Prozent am Stuttgarter Autohersteller erworben zu haben. Der Deal machte den chinesischen Investor über Nacht zum größten Daimler-Aktionär.

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