China Daimler knickt ein und löscht Dalai-Lama-Zitat

Daimler hat in China mit einem Zitat des Dalai Lama geworben, dann kamen Beschwerden. Nun hat der Autobauer nachgegeben, Menschenrechtler halten das für einen "beschämenden Kotau".
Dalai Lama

Dalai Lama

Foto: MONEY SHARMA/ AFP

Daimler hat mit einem Zitat des Dalai Lama in China und Deutschland eine Kontroverse verursacht. In der Volksrepublik hatte der Autokonzern mit einem Spruch des tibetischen Führers geworben, sich dann aber dafür entschuldigt. Die Menschenrechtsorganisation International Campaign for Tibet (ICT) bezeichnete die Entschuldigung in einer Mitteilung als einen "beschämenden Kotau vor der Diktatur".

Daimler hatte auf Instagram ein Bild eines Mercedes zusammen mit dem Schriftzug "Betrachte Situationen von allen Seiten, und Du wirst offener" veröffentlicht, ein Zitat des Dalai Lama. Eine Sprecherin des Autobauers bestätigte, dass der Beitrag gelöscht wurde, nachdem es Beschwerden chinesischer Internetnutzer gegeben hatte.

China hatte Tibet im Jahr 1950 annektiert, der Dalai Lama gilt für die Regierung in Peking als Vertreter einer separatistischen Bewegung. Für Daimler   ist China der mit Abstand größte Einzelmarkt seiner Oberklasse-Marke Mercedes.

Daimler beließ es allerdings nicht nur bei der Löschung des Posts. Damit sich Vorfälle dieser Art nicht wiederholen, werde man "sofort Maßnahmen ergreifen, um das Verständnis der chinesischen Kultur und Werte zu vertiefen", hieß es in einer auf dem chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo verbreiteten Mitteilung von Mercedes. Dies gelte auch für internationale Mitarbeiter und solle sicherstellen, dass ein solcher Vorfall nicht wieder vorkomme.

Harsche Kritik für die Entschuldigung erntete der Autobauer von Michael Brand, dem menschenrechtspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. "Wenn Rückgratlosigkeit ausgezeichnet werden würde, dann hätten die Mercedes-Manager den ersten Preis für ihr peinliches Verhalten verdient" teilte Brand mit. "Der Konzern sollte sich nicht bei der chinesischen Regierung entschuldigen, sondern schleunigst beim Dalai Lama und den Tibetern."

Zuletzt gab es eine ganze Reihe ähnlicher Vorfälle, bei denen sich ausländische Firmen nach Kritik aus China entschuldigen mussten, darunter die Hotelkette Marriott, die Fluggesellschaft Delta und die spanische Modekette Zara.

fdi/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.