Milliarden-Konzerngewinn Daimler-Mitarbeiter bekommen fette Prämie

Besseres Ergebnis, mehr Umsatz, mehr Dividende: Daimler hat ein Erfolgsjahr hinter sich und zahlt Mitarbeitern eine Rekordprämie. Konzernchef Zetsche will dennoch sparen.

Daimler-Chef Zetsche: "Wir feuern weiter aus allen Rohren"
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Daimler-Chef Zetsche: "Wir feuern weiter aus allen Rohren"


Stuttgart - Dieter Zetsche hat bei Daimler schon unangenehme Zeiten mit Gewinnwarnungen und Verkaufsflauten erlebt. Umso mehr kann der Manager die Vorlage der aktuellen Bilanz auskosten. Denn Daimler hat im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Fahrzeuge verkauft und zehn Milliarden Euro verdient. "Überall im Unternehmen ist deutlich spürbar: Daimler ist im Aufbruch", sagte Zetsche. Die Aktionäre sollen mit 2,45 Euro je Aktie die höchste Dividende der Unternehmensgeschichte erhalten.

Auch die Mitarbeiter werden belohnt: Der Konzern zahlt eine Erfolgsprämie von 4350 Euro pro Kopf. Dies sei die höchste Ergebnisbeteiligung der Firmengeschichte, hieß es. Die Prämie werde mit dem April-Entgelt an rund 135.000 anspruchsberechtigte Tarifmitarbeiter ausgezahlt.

Der Grund für die Großzügigkeit sind gute Zahlen: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft stieg 2014 auf 10,1 Milliarden Euro. Unterm Strich sank der Gewinn zwar - auf 7,3 Milliarden Euro -, im vergangenen Jahr allerdings hatte der Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS Chart zeigen mehr als drei Milliarden Euro Sondergewinn eingebracht. Daimler setzte im vergangenen Jahr knapp 130 Milliarden Euro um, ein Plus von zehn Prozent.

Der Konzern will bis 2020 an BMW und Audi vorbeiziehen und den vor zehn Jahren verlorenen Rang des weltweit größten Premiumherstellers zurückerobern. Für dieses Jahr stellte Zetsche in Aussicht, den operativen Gewinn nicht nur in der Pkw-Sparte, sondern auch mit Lkw und Transportern deutlich zu steigern. Experten verstehen darunter ein Plus von rund zehn Prozent. Auch Absatz und Umsatz sollen deutlich zulegen.

Trotz der guten Zahlen will Zetsche den Konzern weiter umstrukturieren und die Profitabilität auf ein Spitzenniveau treiben. In den nächsten Jahren wolle man "bei der Ertragskraft ein Niveau erreichen, das es in diesem Unternehmen bisher nicht gab", sagte der Konzernchef. Außerdem dürfte ein milliardenschweres Sparprogramm voll greifen.

Einen Schub erwartet Daimler Chart zeigen zudem von zahlreichen neuen Modellen. "Wir feuern weiter aus allen Rohren", kündigte Zetsche an. Bis Ende des Jahres bringt Daimler acht neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt. Nahezu das gesamte Angebot an Geländewagen soll 2015 erneuert werden.

mmq/Reuters/dpa-AFX



insgesamt 75 Beiträge
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Ed Roxter 05.02.2015
1.
Hoffentlich heißt "umstrukturieren" in diesem Fall nicht, Strukturen zu beerdigen, sprich, Mitarbeiter "freizustellen". Ansonsten wäre die durchaus ansehnliche Prämie wohl eher ein goldener Arschtritt für einige...
nullneunelf 05.02.2015
2. Mal
sehen, wie lange das linke Gejaule der Nichtleister auf sich warten lässt, die sich allen Ernstes einbilden, es ginge sie auch nur irgendetwas an, was eine privatwirtschaftliche AG mit dem erwirtschafteten Ergebnis macht.
KingTut 05.02.2015
3. Gute Nachrichten
So eine Meldung kann einen nur mit Freude und Zuversicht erfüllen, dokumentiert sie doch einerseits unser wirtschaftliche Spitzenstellung in der Welt, und gleichzeitig kommen die Arbeitnehmer bei der Verteilung der Gewinne nicht zu kurz. Fette Gewinnausschüttungen an die Arbeitnehmer gehören zum Standardprogramm bei vielen deutschen Konzernen, wie Spiegel Online immer wieder berichtete. Natürlich kommen die linken Systemkritiker angesichts solcher Meldungen in Verlegenheit, passt doch ein sozial verantwortungsvoll handelndes Unternehmen nicht in deren Weltbild. Aber irgend ein Haar werden die üblichen Nörgler sicher wieder in der Suppe finden.
hansgustor 05.02.2015
4. Sub
Die vielen Mitarbeiter die in denselben Büros sitzen, aber offiziell bei Subunternehmen beschäftigt sind, hilft das nicht.
Websingularität 05.02.2015
5. Wunderbar
In Zukunft gibt's keine staatliche Abwrackprämie mehr!
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