Milliardenverlust und neue Gewinnwarnung Daimler schockt die Börse

Der Daimler-Konzern verliert 1,6 Milliarden Euro in drei Monaten - und schraubt zum zweiten Mal in kurzer Zeit seine Gewinnprognose nach unten. Die Aktie sackt ab.
Daimler-Chef Ola Källenius

Daimler-Chef Ola Källenius

Foto: imago/IP3press

Erst vor rund drei Wochen hatte Daimler die Gewinnziele für 2019 nach unten korrigiert - nun muss der Autobauer seine Prognose erneut verschlechtern. Wegen zahlreichen Problemen werde das Betriebsergebnis im laufenden Jahr nicht stagnieren, sondern deutlich sinken, teilte der von Ola Källenius geleitete Konzern mit.

Im zweiten Quartal schrieb Daimler zudem einen operativen Verlust von 1,6 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 2,6 Milliarden im Vorjahresquartal.

Die Daimler-Aktie   rutschte zum Handelsstart stark ins Minus. Auch Papiere anderer Autofirmen wie BMW   und Volkswagen   sowie die Aktien des Zulieferers Continental   gerieten in den Sog der schlechten Nachrichten aus der Branche und verloren deutlich.

Zur Begründung für die Neueinschätzung nannte der Konzern zahlreiche Gründe. Darunter vor allem:

  • höhere Rückstellungen für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags,
  • behördliche und gerichtliche Verfahren im Zuge der Dieselaffäre,
  • eine Umsortierung des Produktportfolios von Mercedes-Benz Vans,
  • verlangsamte Produktionshochläufe und
  • eine Wachstumsschwäche der Automobilmärkte.

Für die Bewältigung der Dieselaffäre müsse man erneut 1,6 Milliarden Euro zurückstellen, hieß es. Zudem legen die Stuttgarter für die Airbag-Probleme rund eine Milliarde Euro zur Seite.

Källenius hatte erst am 22. Mai die Konzernführung von Dieter Zetsche übernommen, der Daimler mehr als 13 Jahre lang geführt hatte. Von Källenius wird erwartet, dass er ein von Zetsche bereits angekündigtes strenges Sparpaket in die Tat umsetzt.

Details dazu hat der Schwede bisher nicht vorgelegt. Stellenstreichungen sollen jedoch kein Teil der Pläne sein, hieß es bisher aus dem Unternehmen.

ssu/dpa/Reuters
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