Nach Quartalsverlust Daimler plant härtere Einsparungen

Altlasten aus dem Dieselskandal und andere Probleme belasten den Autohersteller Daimler. Nach einem kräftigen Verlust will der neue Konzernchef Källenius nun noch intensiver sparen.

Mercedes-Produktion in China (Archivfoto)
Kim Kyung-Hoon/REUTERS

Mercedes-Produktion in China (Archivfoto)


Der Autohersteller Daimler bereitet sich auf einen härteren Sparkurs vor. Der neue Konzernchef Ola Källenius will bis November einen Plan dazu vorlegen. Ein Effizienzprogramm sei schon begonnen und wegen des Verlusts im zweiten Quartal noch intensiviert worden, sagte Källenius. Details nannte er nicht.

Er wolle keine halbgaren Antworten geben, sondern einen umfassenden Plan zur künftigen Strategie auf einem Kapitalmarkttag am 14. November in London vorstellen. Doch wolle er bei Daimler ein "Umdenken zu mehr Cash" erreichen.

Der neue Finanzvorstand Harald Wilhelm teilte mit, die Investitionen und das Modellportfolio würden überprüft. Die Ausgaben sollten nicht kurzfristig zusammengestrichen werden, doch er stellte einen kostendämpfenden Effekt ab dem kommenden Jahr in Aussicht.

Milliardenschwere Altlasten

Daimler hatte in den vergangenen Jahren viele Milliarden in neue Produkte und Technologien wie Elektroautos und autonomes Fahren gesteckt. Doch jetzt hat der Autohersteller mit milliardenschweren Altlasten des Dieselskandals und anderen hausgemachten Problemen in der Produktion zu kämpfen. Erstmals seit 2009 schrieb Daimler in einem Quartal rote Zahlen.

Zwischen April und Juni erlitt der Dax-Konzern netto einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Daimler noch einem Gewinn von 1,8 Milliarden Euro verzeichnet. Der Umsatz stieg jedoch um fünf Prozent auf 42,7 Milliarden Euro. Källenius führte das Minus vor allem auf "Sondereinflüsse" zurück, die das Konzernergebnis mit 4,2 Milliarden Euro belasteten.

Daimler hatte in den vergangenen Monaten zwei Gewinnwarnungen herausgegeben. Die größten Belastungen sind demnach ein schwacher globaler Automarkt sowie Kosten aus dem Dieselskandal. Daimler hatte im Juni auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts 60.000 Autos zurückrufen müssen, weil die Beamten in ihnen eine Betrugssoftware entdeckt hatten. Daimler bestreitet aber die Vorwürfe.

Neuer Aktionär aus China

Mit der Beijing Automotive Group (BAIC) hat Daimler inzwischen einen weiteren chinesischen Großaktionär. BAIC übernimmt rund fünf Prozent der Anteile, teilte Daimler am Dienstag mit. Damit kommen nun zwei der drei größten Aktionäre aus China.

Als größter Aktionär hält der Gründer des chinesischen Autobauers Geely, Li Shufu, knapp zehn Prozent. Als dieser Anfang vergangenen Jahres bei den Stuttgartern einstieg, regte sich in der Politik heftiger Protest aus Sorge vor einem Ausverkauf deutscher Technologie nach China.

"Der chinesische Markt ist und bleibt eine entscheidende Säule unseres Erfolgs - nicht nur für den Absatz, sondern auch für unsere Entwicklung und Produktion", teilte Källenius mit. Daimler und BAIC arbeiten seit dem Jahr 2003 zusammen. Seit 2013 ist Daimler selbst an BAIC beteiligt.

brt/Reuters/AFP/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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Zukunft3.0 24.07.2019
1.
Das Geld für den Dieselskandal fehlt bei Forschung und Entwicklung. Dumm gelaufen, holt man sich lieber einen Großaktionär aus China ins Boot. Ausbaden werden es die Arbeitnehmer.
s.ruising 24.07.2019
2. Der Ast dem wir sitzen
Toller Beitrag Spiegel, Tja mit Eurer in allen Maßen investigativen Berichterstattung habt ihr es geschafft einen goldenen Wirtschaftsast auf dem viele hier saßen abzusägen. Mit allen Konsequenzen in den Untergang und jetzt über Sparmaßnamen berichten die viele Menschen hart treffen werden. Weniger Menschen kaufen Eure Hefte und die unsäglichen Spiegel Plus Abos. So kommt es wie beim Zauberlehrling auf für den Spiegel, die Geister die ich rief.....
Meckerer 24.07.2019
3. Nur die kleinen Handlanger der USA
Viele sind auf dem Bullaby-Auge blind. Die Schweden sind die Lakaien der USA, noch nicht bemerkt??? 4000 Menschen in Schweden mit dem Chip dessen Patent im Flug MH370 lag, TyssenKrupp von einenm schwedischen Investor (Oligarch) abgewickelt. Nun Mercedes. Das mit dem Diesel und das andere bla bla sind nur vorgeschobene Argumente. Fischer sagte es bereits vor Jahren. Das Geld muss raus aus Deutschland, egal wie. Endlich aufwachen liebe Mitbürger Deutschlands.
richey_edwards 24.07.2019
4. Grün wirkt so langsam
und das ist erst der Anfang. Mal schauen wann die Letzten kapieren wie hoch der Preis ist den wir für den Öko-Lifestyle bezahlen.
Andraax 24.07.2019
5.
Zitat von MeckererViele sind auf dem Bullaby-Auge blind. Die Schweden sind die Lakaien der USA, noch nicht bemerkt??? 4000 Menschen in Schweden mit dem Chip dessen Patent im Flug MH370 lag, TyssenKrupp von einenm schwedischen Investor (Oligarch) abgewickelt. Nun Mercedes. Das mit dem Diesel und das andere bla bla sind nur vorgeschobene Argumente. Fischer sagte es bereits vor Jahren. Das Geld muss raus aus Deutschland, egal wie. Endlich aufwachen liebe Mitbürger Deutschlands.
Na klar doch, und Hillary Clinton sammelt durch das Urangeschäft mit Russland Gelder zur Verheimlichung der flachen Erde und der Chemtrails, damit die Reptiloiden die Welt übernehmen können, während George Soros in Ungarn die Illuminaten installiert. Hier wird Ihre lustige VT widerlegt: https://www.preiselbauer.de/2016/01/27/flug-mh370-die-rothschild-eine-wilde-verschwoerungstheorie/
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