Auswirkung der Dieselaffäre Daimler senkt Jahresprognose deutlich

Mutmaßliche Manipulationen an Abgasanlagen haben für Daimler Folgen: Der Konzern muss für juristische Verfahren Millionen zurücklegen - was das Jahresergebnis vermiest.

Daimler, Mutterkonzern der Automarke Mercedes-Benz, hat seine Jahresprognose nach unten korrigiert
Sebastian Gollnow/ DPA

Daimler, Mutterkonzern der Automarke Mercedes-Benz, hat seine Jahresprognose nach unten korrigiert


Beim Autokonzern Daimler schlagen steigende Kosten zur Bewältigung der Dieselaffäre aufs Ergebnis durch. Wie der Konzern mitteilte, werde im zweiten Quartal für "laufende behördliche Verfahren und Maßnahmen" bei Dieselmodellen von Mercedes ein hoher dreistelliger Millionenbetrag zurückgestellt.

Die angestrebte Verbesserung des Jahresergebnisses um fünf bis 15 Prozent dürfte damit scheitern. Stattdessen ist für 2019 nur noch mit einer Bilanz auf Vorjahresniveau zu rechnen. Auch die Vans-Sparte mit den kleinen Nutzfahrzeugen dürfte einen Anteil an der korrigierten Prognose haben. Statt eines kleinen Gewinns fährt der Unternehmensteil in diesem Jahr wohl einen operativen Verlust ein.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Daimler rund 60.000 Diesel-Geländewagen in Deutschland wegen des Vorwurfs einer illegalen Abgastechnik zurückrufen muss. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte am Freitag einen entsprechenden Pflicht-Rückruf mit Sofortvollzug für die betroffenen Modelle vom Typ Mercedes-Benz GLK 220 angeordnet.

Daimler weist die Vorwürfe einer Manipulation von Abgaswerten zurück. Der Konzern will den Rückruf umsetzen, aber Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Für Daimler ist es nicht die erste Auseinandersetzung mit dem KBA. Im August 2018 hatte das Amt einen Rückruf für europaweit 690.000 Diesel angeordnet, in Deutschland waren 280.000 Fahrzeuge betroffen.

Daimlers Umsatz war bereits im ersten Quartal gesunken, hohe Ausgaben und einbrechende Absatzzahlen wegen diverser Modellwechsel hatten dem Autokonzern zu schaffen gemacht.

fek/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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jozu2 24.06.2019
1. Und dennoch Gewinne???
Die Prognose wird gesenkt. Aber die sind immer noch im Plus? Erstaunlich. Was muss eigentlich passieren, damit so ein Konzern Miese macht?
jupp78 24.06.2019
2.
Zitat von jozu2Die Prognose wird gesenkt. Aber die sind immer noch im Plus? Erstaunlich. Was muss eigentlich passieren, damit so ein Konzern Miese macht?
Die Überschrift ist einfach zu reißerisch. Der Effekt ein paar Autos zurück zu rufen ist weitaus kleiner als einem hier Glauben gemacht werden soll.
damianschnelle 24.06.2019
3. Erstaunlich
ist für mich, dass es bei einigen Massenmodellen wie der B-Klasse, die auch den OM 651 als Motor haben keine Feststellungen gibt. Ich bin technisch nicht so fit das ausreichend beurteilen zu können. Es verwundert mich halt.
gangnamstyle 24.06.2019
4. Das dicke Minus kommt noch
Was in den Zahlen nicht ersichtlich wird, ist die Tatsache, dass die Premiummarke Mercedes schon seit geraumer Zeit in den USA an Marktanteil verliert genau wie die deutschen Mitbewerber BMW und Audi. An wen? Richtig an Tesla. Wie schaut's auf dem wichtigsten Markt der Welt China aus? Da gibt es bereits schon seit einiger Zeit Zulassungsbeschränkungen. Offensichtlich haben die Autohersteller vergessen, dass irgendwann die Luft zum Atmen fehlt, wenn sie so viel Abgas in den Megastädten produzieren. Mit Elektrofahrzeugen wie EQC wird Daimler kaum Geld verdienen und der Absatz der Verbrenner werden in den wichtigsten Märkten zurückgehen. Wer rechnen kann, verkauft die Autowerte.
Gedanke 24.06.2019
5. Mut
Zitat von gangnamstyleWas in den Zahlen nicht ersichtlich wird, ist die Tatsache, dass die Premiummarke Mercedes schon seit geraumer Zeit in den USA an Marktanteil verliert genau wie die deutschen Mitbewerber BMW und Audi. An wen? Richtig an Tesla. Wie schaut's auf dem wichtigsten Markt der Welt China aus? Da gibt es bereits schon seit einiger Zeit Zulassungsbeschränkungen. Offensichtlich haben die Autohersteller vergessen, dass irgendwann die Luft zum Atmen fehlt, wenn sie so viel Abgas in den Megastädten produzieren. Mit Elektrofahrzeugen wie EQC wird Daimler kaum Geld verdienen und der Absatz der Verbrenner werden in den wichtigsten Märkten zurückgehen. Wer rechnen kann, verkauft die Autowerte.
Oder Sie sind der Meinung dass diese aktuelle Schwäche irgendwann aufgeholt wird und kaufen jetzt günstig die Aktien. Wer richtig liegt sehen wir dann in 10 Jahren ;-) Wobei ich Ihnen Recht gebe! Wenn China groß eine Elektroquote ankündigt, die Luft völlig verdreckt ist (ich denke da an die Bilder in den Tageszeitungen wo man Nebel vermutete, es sich aber um Smog handelte) und damals schon der größte Absatzmarkt ist kann man wohl von gewisser Ignoranz sprechen darauf nicht zu reagieren und einfach weiter den Diesel zu manipulieren... Und hier noch mein Appell an die Vorstände der deutschen Kunststoff produzierenden Industrie: Gehen Sie mal im Ganges schwimmen oder schneiden den Magen eines Seevogels auf, dann werden Sie erkennen dass in vielleicht 5 bis 10 Jahren die ersten Verbote für nicht 100% biologisch abbaubares Plastik kommen könnten. Den Staaten die in Dreck ertrinken wird es egal sein ob Sie das für schwierig halten. Ich denke da werden unsere chinesischen Freunde auch dazu gehören, allein wegen den ungeheuren Mengen an Plastikmüll den 1,3 Milliarden Menschen produzieren werden. Wenn Sie also jetzt noch über die Automobilindustrie schmunzeln sollten Sie vielleicht nochmal kurz in sich gehen ob Ihnen nicht bald ein ähnliches Schicksal droht...
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