Dammbruch in Brasilien Bergbaukonzern-Chef bietet Rücktritt an

Nach der Dammbruch-Katastrophe in Brasilien lässt der Chef des Betreiberkonzerns Vale sein Amt bis auf Weiteres ruhen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Konzern diesen Schritt empfohlen.

Ort der Katastrophe nahe Brumadinho
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Ort der Katastrophe nahe Brumadinho


Bei dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien sind vermutlich mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Etwa fünf Wochen nach der Katastrophe räumt der Chef des Bergbaukonzerns Vale nun vorerst seinen Posten. Fabio Schvartsman habe zusammen mit drei weiteren Managern seinen "vorübergehenden Rücktritt" angeboten, teilte das Unternehmen mit. Dies sei umgehend akzeptiert worden.

Fabio Schvartsman
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Fabio Schvartsman

Der Konzern habe zuvor Empfehlungen der Generalstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Minas Gerais erhalten, die diese personellen Konsequenzen befürwortet hätten. Der Vale-Vorstand wolle transparent und konstruktiv mit den brasilianischen Behörden zusammenarbeiten, hieß es in der Unternehmensmitteilung.

Der Damm an der konzerneigenen Mine Córrego do Feijão war am 25. Januar geborsten. Rund zwölf Millionen Kubikmeter rötlichen Schlamms ergossen sich über die Stadt Brumadinho und Teile angrenzender Siedlungen im Südosten des Landes. Der Zivilschutz setzte die Zahl der offiziell bestätigten Toten zuletzt auf 186 hoch, weitere 122 Menschen gelten mehr als einen Monat nach der Tragödie als vermisst. Die Ermittlungen der brasilianischen Justiz sind noch nicht beendet.

Mitte Februar waren acht Vale-Mitarbeiter verhaftet worden. Darunter waren vier Führungskräfte und vier Mitarbeiter, die für die Stabilitätsprüfung des gebrochenen Damms zuständig waren.

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Vale ist der weltweit größte Eisenerzproduzent und zählt zu den größten Konzernen Brasiliens. Das Unternehmen verlor seit dem Unglück ein Viertel seines Marktwertes. Vale beteuert, sämtliche Sicherheitsvorschriften eingehalten zu haben. Berichten zufolge soll das Unternehmen aber bereits Monate vor der Katastrophe von der Einsturzgefahr des Damms gewusst haben.

joe/dpa/AFP

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