Geldwäscheskandal Danske Bank ernennt neuen Übergangschef

Nach dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank soll das Vorstandsmitglied Jesper Nielsen den Chefposten übernehmen. Er ist jedoch nur eine Interimslösung.

Gebäude der Danske Bank Kopenhagen
REUTERS/Jacob Gronholt-Pedersen/File Photo

Gebäude der Danske Bank Kopenhagen


Die von einem Geldwäscheskandal erschütterte dänische Danske Bank hat einen neuen Übergangschef. Der Aufsichtsrat ernannte Vorstandsmitglied Jesper Nielsen zum Nachfolger von Thomas F. Borgen, der im Zuge des Skandals um die estnische Danske-Niederlassung im September zurückgetreten war.

Nielsen werde die Institutsspitze so lange übernehmen, bis ein ständiger Chef für Dänemarks größtes Geldhaus gefunden sei. Ein Kandidat dafür sei Nielsen nicht. Er werde wie bisher auch das Bankgeschäft in Dänemark leiten. Ein Sprecher der Danske Bank wollte sich nicht dazu äußern, wann das Institut damit rechnet, den Chefposten langfristig neu besetzen zu können.

Eine interne Untersuchung bei der Danske Bank hatte ergeben, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Auf einer Liste tauchten dabei vor allem britische und russische Firmen auf. Sowohl in Dänemark als auch in Estland ermitteln Staatsanwälte. Die EU-Kommission hat die europäische Bankenaufsicht EBA eingeschaltet. Allein in Dänemark drohen der Bank nun Bußen in Millionenhöhe.

Borgen war auch für Estland zuständig

Borgen war zwischen 2009 und 2012 für die internationalen Geschäfte des Instituts und damit auch für Estland zuständig. Er bekommt bei seinem Abgang noch ein Jahresgehalt mit auf den Weg.

Ob auch Verwaltungsratschef Ole Andersen über den Skandal stürzt, ist nicht ausgeschlossen. Er selbst hatte Hinweise auf einen möglichen Rücktritt gegeben. Der 62-Jährige hatte im September eingeräumt, dass die internen Sicherheitskontrollen der Bank versagt haben. "Es gab eine Reihe Warnleuchten, auf die nicht reagiert wurde", so Andersen damals. "Die Verhältnisse sind deutlich schlimmer, als wir glaubten oder uns auch nur vorstellen konnten, als wir unsere interne Untersuchung einsetzten."

cop/Reuters



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.