Zeuge im Geldwäscheskandal Ex-Manager der Danske Bank tot aufgefunden

Die estnische Niederlassung der Danske Bank steckt mutmaßlich tief in einem Geldwäscheskandal, die Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Nun ist der frühere Chef der dortigen Filialen tot.
Aivar Rehe im März: Wichtiger Zeuge im Geldwäscheskandal

Aivar Rehe im März: Wichtiger Zeuge im Geldwäscheskandal

Foto: Tairo Lutter/ / imago images / Scanpix

Aivar Rehe verantwortete von 2006 bis 2015 das Estland-Geschäft der Danske Bank - und in diese Zeit fallen auch die zahlreichen Verdachtsfälle in dem Geldwäscheskandal des skandinavischen Geldhauses. Nun ist der 56-jährige Manager tot in Estland aufgefunden worden. Das berichten übereinstimmend die Nachrichtenagentur Reuters und Danmarks Radio .

Ende 2018 hatte die dänische Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Danske Bank erhoben. Dabei geht es um mutmaßliche Verstöße gegen Geldwäsche-Vorschriften ihrer Niederlassung in Estland.

Aivar Rehe nicht als Verdächtiger geführt

In mehreren Ländern, darunter in den USA, laufen wegen der Zahlungen Ermittlungen gegen die Danske Bank. Rehe sei dabei allerdings nicht als Verdächtiger geführt worden, sondern ein Zeuge, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Estland.

Aivar Rehe hat stets zurückgewiesen, von Geldwäsche Kenntnis gehabt zu haben. Danmarks Radio berichtet unter Berufung auf estnische Medien, dass die Polizei keine Anzeichen für ein Verbrechen gefunden habe.

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Eine interne Untersuchung der größten Bank Dänemarks hatte ergeben, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Summe von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Das Geld kam unter anderem aus Russland und anderen ehemaligen Teilrepubliken der früheren Sowjetunion. Auch die Deutsche Bank ist in den Skandal verwickelt.

apr/Reuters
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