Danske-Geldwäscheskandal Durchsuchung bei der Deutschen Bank - offenbar Ermittlungen gegen Ex-Mitarbeiter

Im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank hat die Staatsanwaltschaft Räume der Deutschen Bank durchsucht. Laut einem Bericht wird gegen einen Ex-Mitarbeiter ermittelt.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt (Archivbild): Verdachtsmeldungen zu spät abgegeben?
REUTERS/Kai Pfaffenbach

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt (Archivbild): Verdachtsmeldungen zu spät abgegeben?


Die Deutsche Bank ist im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank ins Visier der Ermittler geraten. Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt und des Bundeskriminalamts seien seit Dienstag in den Räumen der Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt, um Unterlagen zu sichern, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass das Institut Geldwäscheverdachtsmeldungen zu spät abgegeben haben könnte. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge ermittelt die Anklagebehörde auch gegen einen früheren Mitarbeiter des Geldhauses.

Demnach werfen die Ermittler Deutschlands größtem Geldhaus auch vor, in einigen Fällen keine Geldwäscheverdachtsmeldungen gemacht zu haben, obwohl das angezeigt gewesen wäre. Dem Vernehmen nach geht es um eine niedrige zweistellige Zahl von Fällen.

Zeuge und Ex-Manager der Danske Bank tot

Die Deutsche Bank war Korrespondenzbank der Danske Bank in Estland. Die Danske steht im Mittelpunkt einer der größten Geldwäscheskandale Europas, Ende 2018 hatte die dänische Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Es geht um mutmaßliche Verstöße gegen Vorschriften zur Vermeidung von Geldwäsche in der Niederlassung in Estland.

Anfang dieser Woche wurde auch der langjährige Chef der dortigen Danske-Bank-Filialen, Aivar Rehe, tot aufgefunden. Die Polizei hatte seit Montag nach dem Manager gesucht. Er galt als wichtiger Zeuge in dem Skandal.

In Estland sollen rund 200 Milliarden Euro gewaschen worden sein. In mehreren Ländern, darunter in den USA, laufen wegen der Zahlungen Ermittlungen gegen die Danske Bank. Rehe sei dabei allerdings nicht als Verdächtiger geführt worden, sondern ein Zeuge, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Estland.

Ein Sprecher der Deutschen Bank teilte zu der Razzia mit: "Die Deutsche Bank hat den Sachverhalt bereits selbst umfassend aufgearbeitet und hat die angeforderten Unterlagen soweit möglich freiwillig herausgegeben und wird weiter mit der Staatsanwaltschaft kooperieren."

Eine interne Untersuchung der größten Bank Dänemarks hatte ergeben, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Summe von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Das Geld kam unter anderem aus Russland und anderen ehemaligen Teilrepubliken der früheren Sowjetunion.

apr/Reuters/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Redigel 25.09.2019
1.
Wäre es nicht sinnvoller, wenn die Ermittler für immer und ewig dort vor Ort bleiben? Selbst wenn die Deutsche Bank eine Drehtür besitzt, dürften diese ständigen Besuche seitens der Staatsanwaltschaft unheimlich viel Zeit und Geld fressen....
opi_1 25.09.2019
2. Fällt mir ein Lied dazu ein....
Do simmer dabei, dat iss prihima... Immer wieder DB
peterefunck 25.09.2019
3. Na bravo!
Die Deutsche Bank mal wieder! Wieder deutsche Manager! Bald sind mehr Spitzenmanager im Knast als im Dienst.
wen-interessierts 25.09.2019
4. Die Deutsche Bank lässt nichts aus ...
Zitat: Ein Sprecher der Deutschen Bank teilte zu der Razzia mit: "Die Deutsche Bank hat den Sachverhalt bereits selbst umfassend aufgearbeitet und hat die angeforderten Unterlagen soweit möglich freiwillig herausgegeben und wird weiter mit der Staatsanwaltschaft kooperieren." Immer wieder die gleichen Stellungnahmen aus den Rechtsabteilungen. Wenn man voll umfänglich kooperiert hätte, wäre wohl kaum eine Durchsuchung notwendig gewesen. Und die Deutsche Bank lässt keinen Skandal aus! Aber ernsthafte rechtliche Konsequenzen hat es noch nie gegeben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.