Datenschutz-Aktion Telekom prüft Änderung von Millionen Kundennummern

Großaktion für den Datenschutz: Die Telekom will nach SPIEGEL-Informationen womöglich Millionen neue Kundennummern vergeben. Wer alte Kundendateien illegal erworben hat, ließe sich damit leicht identifizieren - kriminellen Call-Center-Betreibern und Datenhändlern würde das Geschäft erschwert.
DSL-Anschluss: Neue Ident-Nummern sollen illegalen Adresshandel stoppen

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Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Bonn - Nach diversen Pannen und Diebstählen Zigtausender Kundendaten will die Deutsche Telekom   die im Umlauf befindlichen Daten nach Informationen des SPIEGEL mit einem Schlag wertlos machen. Dies hat der für Datenschutz zuständige Vorstand Manfred Balz den entsprechenden Gremien des Konzerns vorgeschlagen. Dazu sollen Millionen Kunden der Telekom in einer gewaltigen Aktion völlig neue Kundennummern zugeteilt werden.

Datensätze mit alten Kundennummern, so der Plan, ließen sich damit leicht identifizieren. Kriminellen Call-Center-Betreibern und Datenhändlern würde so das Geschäft mit dem Weiterverkauf der Daten erschwert.

Wann der Telekom-Vorstand den Startschuss für die mit dem Datenschutzbeirat abgestimmte Großaktion geben wird, ist noch offen. Zurzeit, heißt es im Konzern, würden gemeinsam eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten geprüft. Auf jeden Fall werde man entschlossen gegen die illegale Weitergabe und Verwendung der Telekom-Daten vorgehen.

Telekom-Sprecher Philipp Blank sagte, das Unternehmen habe bereits viele Maßnahmen umgesetzt, um den Datenschutz zu verbessern. "Wir diskutieren auch weitere Schritte. Aber für Detailaussagen ist es noch zu früh."

In den vergangenen Monaten waren Kundendaten des Unternehmens bei mehreren dubiosen Vertriebsorganisationen im In- und Ausland aufgetaucht. Zuletzt gelangten Hunderttausende Datensätze, darunter Bankverbindungen, über Vertriebspartner des Unternehmens unter anderem in die Türkei. Deutschsprachige Mitarbeiter türkischer Call-Center sollen die Daten dazu benutzt haben, den Kunden angeblich im Auftrag der Telekom neue Verträge zu verkaufen.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte in diesem Zusammenhang ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, bei dem es Festnahmen und diverse Hausdurchsuchungen gegeben hatte. Das Unternehmen hatte danach angekündigt, mit verschärften Kontrollen und neuen Sicherheitsstandards das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen zu wollen.

mik
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