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Datenschutz McDonald's und Subway fordern intimste Daten von Franchise-Nehmern

Mit einem eigenwilligen Geschäftsgebaren machen die amerikanischen Schnellrestaurantketten McDonald's und Subway von sich reden. Von ihren potentiellen Partnern verlangen sie eine rückhaltlose Selbstauskunft - dazu gehören politische Präferenzen und intimste Auskünfte über das Privatleben.
McDonald's-Restaurant: Franchise-Bewerber müssen über nichteheliche Beziehungen reden

McDonald's-Restaurant: Franchise-Bewerber müssen über nichteheliche Beziehungen reden

Foto: David Duprey/ AP

Franchise-Nehmern

Hamburg - In den Zeiten allgemeiner Verunsicherung geht man bei McDonald's und Subway lieber auf Nummer sicher. Allerdings lassen die Methoden, die zu dieser Sicherheit führen sollen, eher beunruhigende Rückschlüsse auf die Haltungen in den beiden Konzernzentralen zu. Denn von ihren in Deutschland verlangen sie tiefe Einblicke in die Intimsphäre und die politische Gesinnung.

Wer zum Beispiel Partner von Subway werden möchte, muss der Erstellung eines Prüfberichts "in Einklang mit den Anti-Terror-Gesetzen" wie dem "USA Patriot Act" zustimmen. Dieser Report soll Informationen über "Charakter", "Lebensweise" und "Beziehungen" enthalten. Die Bewerber haben sogar Auskunft zu erteilen, ob sie "jemals direkt oder indirekt an terroristischen Aktivitäten beteiligt" gewesen seien.

McDonald's  , mit 1333 Filialen Branchenführer in Deutschland, fordert von potentiellen Franchise-Nehmern Angaben über nichteheliche Beziehungen, "körperliche Leiden" sowie über "Datum und Anlass der letzten ärztlichen Untersuchung".

Moritz Karg vom Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein hält die Praxis der amerikanischen Konzerne "aus datenschutzrechtlicher Sicht für unzulässig".

McDonald's teilte auf Anfrage mit, die Erfassung diene "der grundlegenden Beurteilung und Dokumentation, ob ein Bewerber für so eine weitreichende Geschäftsbeziehung wie einen Franchise-Vertrag in Betracht kommt". Subway will zu der Datenerhebung nicht Stellung nehmen.

mik