Großspender der Republikaner US-Milliardär David Koch ist tot

Der US-Unternehmer und Politiker David H. Koch ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er gehörte zu den reichsten Menschen der Welt und war dafür bekannt, Republikaner bei Wahlkämpfen großzügig finanziell zu unterstützen.

David H. Koch: Milliardär und einflussreicher Unterstützer der Republikaner
Dia Dipasupil / Getty Images

David H. Koch: Milliardär und einflussreicher Unterstützer der Republikaner


Der Milliardär David Koch ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Dies teilte eine Person aus dem Umfeld der Familie der Nachrichtenagentur "Associated Press" mit. Die Firma Koch Industries, die David Koch und seinem älteren Bruder Charles Koch gehörte, bestätigte den Tod des Amerikaners nach langer Krankheit.

Mit einem geschätzten Vermögen von 50,5 Milliarden US-Dollar belegte der Unternehmer und Politiker zusammen mit seinem Bruder Platz 11 der Forbes-Liste der vermögendsten Menschen weltweit.

Gemeinsam standen die Koch-Brüder (ausgesprochen "Coke") an der Spitze ihres milliardenschweren Konglomerats. Koch Industries ist in zahlreichen Geschäftsfeldern tätig. Der Dachkonzern besitzt unter anderem Ölraffinerien, Pipelines, Chemie- und Düngefabriken sowie Rinderfarmen, betreibt Rohstoffhandel und betätigt sich als Gasproduzent.

Strippenzieher im Hintergrund

Seit mehr als drei Jahrzehnten waren die Brüder auch politisch aktiv. Mit Großspenden unterstützten sie maßgeblich libertäre und ultrakonservative Politiker und Initiativen, die sich dafür einsetzen, den Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft zurückzudrängen. Sie galten als zwei der größten Gegner des einstigen US-Präsidenten Barack Obama.

Das Geld der Kochs floss ihren politischen Schützlingen meist über versteckte Kanäle und ein Netzwerk aus Tarnfirmen, Denkfabriken und "Stiftungen" zu. Dazu gehörten nicht nur Republikaner, sondern auch Politiker der ultrarechten Tea Party. Allein im US-Präsidentschaftswahlkampf 2012 investierten sie rund 400 Millionen Dollar.

Dieselbe Summe sollen die Koch-Brüder vergangenes Jahr aufgewendet haben, um die Republikaner bei den Halbzeitwahlen, den sogenannten Midterm elections, zu unterstützen. Mit dem Geld sollten Kampagnen finanziert werden, die den Wählern verdeutlichen, welche Vorteile durch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump zu erwarten sind - von dem Gesetz profitierten aber besonders die Vermögenden.

Darüber hinaus finanzierten die Brüder Prestigeprojekte wie Krebszentren, Kliniken, Forschungsinstitute oder Universitäten.

hej/kko/AP/dpa



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