Frauen in Dax-Aufsichtsräten Quote erfüllt

Seit fünf Monaten gilt eine gesetzliche Frauenquote in den Aufsichtsräten deutscher Topkonzerne - und der Anteil von Managerinnen ist tatsächlich gestiegen. Bei den 30 Dax-Konzernen überschritt er erstmals 30 Prozent.
Siemens-Aufsichtsrätin Nathalie von Siemens

Siemens-Aufsichtsrätin Nathalie von Siemens

Foto: Gregor Fischer/ dpa

Fünf Monate nach Einführung der Frauenquote für Aufsichtsräte erfüllt mehr als die Hälfte der großen börsennotierten Unternehmen die gesetzliche Auflage. Bei 18 der 30 Dax  -Unternehmen beträgt der Frauenanteil im Kontrollgremium mindestens 30 Prozent, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit.

In allen Dax-Konzernen sitzen demnach inzwischen mindestens zwei Frauen in dem Kontrollgremium. Im Durchschnitt sei der Frauenanteil seit Januar von 26,8 auf 30,2 Prozent gestiegen.

Der Zuwachs von mehr als drei Prozentpunkten bis Anfang Juni sei "ein vergleichsweise deutlicher Schritt in die richtige Richtung", sagte DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst. Acht von zwölf Dax-Konzernen würden den Frauen-Pflichtanteil im Aufsichtsrat demnach erreichen, wenn sie einen einzigen Mann durch eine Frau ersetzen.

Vorstände bleiben in Männerhand

Die höchste Quote hat laut DIW die Deutsche Börse AG  , bei der 41,7 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sind. Es folgen mit je 40 Prozent die Deutsche Telekom  , die Deutsche Post  und der Rückversicherer Munich Re  . Am wenigsten Aufsichtsrätinnen finden sich der Analyse zufolge mit 15 Prozent bei Volkswagen und bei HeidelbergCement   mit 16,7 Prozent. Der Anteil der von der Arbeitnehmer- und von der Kapitalseite entsendeten Frauen halte sich insgesamt mittlerweile in etwa die Waage.

Anders stellt sich das Geschlechterverhältnis nach wie vor in den Unternehmensvorständen dar. Seit Januar fiel der Frauenanteil bei den Spitzenpositionen laut DIW von 9,6 auf 9,4 Prozent. "In den Vorständen verharrt der Frauenanteil auf unter einem Zehntel", sagte Holst. Sie forderte weiter "größerer Anstrengungen", um auch die höchste Entscheidungsebene der Unternehmen für Frauen zu öffnen.

nck/AFP