Konjunktursorgen Dax erleidet größtes Wochenminus seit drei Jahren

Kursrutsch an der Frankfurter Börse: Der deutsche Leitindex hat über die Woche fast fünf Prozent an Wert verloren. Den Anlegern macht die Konjunktur Sorgen - und der Absturz des Ölpreises.

Frankfurter Börse: Die Angst ist zurück
REUTERS

Frankfurter Börse: Die Angst ist zurück


Frankfurt am Main - Die Angst ist zurück an Deutschlands Börsen. Der Dax schloss am Freitag 2,7 Prozent schwächer bei 9594 Zählern. Im Wochenverlauf summiert sich das Minus sogar auf knapp fünf Prozent. Es ist der größte Wochenverlust seit mehr als drei Jahren.

Marktanalyst Gregor Kuhn vom Broker IG sieht eine "ganze Palette" von Belastungsfaktoren:

  • Anleger sorgen sich angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Griechenland um eine Rückkehr der Krise. Denn sollte es zu Neuwahlen kommen, dürften die Eurogegner um die oppositionelle Syriza-Partei die Macht übernehmen. Dann wäre schlimmstenfalls sogar ein Austritt Griechenlands aus dem Euroraum möglich.
  • Hinzu kommt die Talfahrt der Ölpreise. Die Nachfrageschwäche nach dem Rohstoff weckt mittlerweile Bedenken in puncto Wirtschaftswachstum.
  • Das im Oktober kaum vorhandene Wachstum der Industrie der Eurozone dürfte die Konjunktursorgen noch verstärkt haben.

Ende der Vorwoche hatte der Dax noch eine neue Bestmarke bei 10.093 Punkten erklommen. Nun ist der Jahresgewinn des Dax fast wieder dahin. Für den MDax Chart zeigen ging es am Freitag ebenfalls um 1,69 Prozent auf 16.374 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax Chart zeigen fiel um 1,49 Prozent auf 1331 Punkte.

ssu/dpa



insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
European 12.12.2014
1. Anything goes
alles ist heutzutage möglich, auch ein Dax der ruck zuck unter 3000 fällt. Die Normalität die wir im Alltag erfahren, existiert so spiegelbildlich nicht in der Finanzwirtschaft. Die Finanzindustrie ist nach wie vor havariert und der Wirtschaftskrieg der gegen Russland vom Zaune gebrichen wurde könnte als Zünder fungieren.
Hipster 12.12.2014
2. random walk
Ich lach mich schlapp - "Absturz des Ölpreises". Letzte Woche war das noch der Grund für das Ansteigen der Börsen. Der DAX steigt/fällt, wenn der DOW steigt/fällt. Das ist die einzige Börsenregel, die man kennen muss ...
Claus_Hangzhou 12.12.2014
3. Es gibt immer Gründe
Aktien fallen und steigen. In der heutigen Zeit etwas extremer und schneller als vor Internet-Zeiten. Aber den fallenden Ölpreis dafür verantwortlich zu machen ist einfach nur dummes Geschreibsel. Genauso gut könnte die Ursache sein, dass die Marssonde lebensfreundliches Klima auf dem Mars entdeckt hat.
erasmus89 12.12.2014
4. Dieses Gelaber
Die Börsen haben also Angst vor der Demokratie. Und diejenigen, die gar nichts mit dem Missmanagement in Griechenland zu tun haben (Merkel+griech. CDU/SPD), die Syriza, sind nun also schuld dafür, dass sie gegen den Sozialkahlschlag in Griechenland sind. Schafft doch gleich die Demokratie ab! Solange es dem Dax gut geht, gehts ja allen gut.
Leser1000 12.12.2014
5. Eben
Vor ein paar Tagen wurde noch gemeldet, dass jedenfalls Deutschland - trotz Ukraine etc.- Exporterfolge vermelden kann. Gibt es vielleicht Gewinnmitnahmen? Denn zuvor hatten wir ja durchaus steigende Kurse. Ich würde eher sagen trotz der vielfältigen Probleme läuft es noch ganz gut. Dass es auf der anderen Seite sich Unsicherheiten gibt ist richtig. aber ein gewisses "Up and Down" an der Börse ist bekanntlich auch normal. Also erstmal den Jahresanfang 2015 abwarten!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.