US-Geldflut Dax steigt auf Jahreshoch

Die aggressive Strategie der US-Notenbank beflügelt weltweit die Finanzmärkte. Aktienkurse in Asien und Europa legen kräftig zu, Bankenpapiere verteuern sich zum Teil um fast fünf Prozent. Der Euro springt erstmals seit Monaten über die Marke von 1,30 Dollar.
Händler an der Frankfurter Börse: Dax zu Handelsbeginn im Plus

Händler an der Frankfurter Börse: Dax zu Handelsbeginn im Plus

Foto: dapd

Tokio/Frankfurt am Main - Die Konjunkturspritze der US-Notenbank hat den Dollar geschwächt und dem Euro über die Marke von 1,30 Dollar verholfen. Das ist der höchste Stand seit Anfang Mai. Vor wenigen Wochen lag die Gemeinschaftswährung noch zehn Cent schwächer.

An den Aktienmärkten zeigten sich die Anleger kauffreudig. An der Frankfurter Börse legte der Dax   zu Handelsbeginn 1,5 Prozent zu. Am Mittag erreichte der deutsche Leitindex sogar sein Jahreshoch und notierte zweitweise 2,1 Prozent im Plus.

Die Kursgewinne zogen sich quer durch die meisten Branchen. Im Dax kletterten die Vorzüge von Volkswagen (VW) mit plus 5,57 Prozent auf 153,45 Euro an die Spitze. Das gut laufende Geschäft in Asien und Nordamerika hält den Autobauer weiter auf Kurs. Zudem profitierten Bankaktien besonders. Die Geldhäuser dürften von dem Fed-Programm mit steigender Liquidität profitieren. Der europäische Branchenindex notierte 2,4 Prozent höher. Deutsche Bank   und Commerzbank   legten um 3,6 beziehungsweise 4,5 Prozent zu.

Der japanisch Nikkei-Index   schloss zuvor 1,8 Prozent im Plus bei 9159 Zählern - das ist der höchste Stand seit knapp drei Wochen. Auch die Börsen in Singapur, Taiwan, Hongkong und Australien legten deutlich zu. Am Donnerstag hatte in den USA der Dow-Jones-Index   bereits den höchsten Stand seit 2007 erreicht.

Die Euphorie der Anleger wurde wesentlich von den Ankündigungen der US-Notenbank ausgelöst. Fed-Chef Ben Bernanke teilte am Donnerstag mit, die Zentralbank werde mit mehreren Maßnahmen die schwächelnde US-Konjunktur stützen. So verlängerte er die Nullzins-Politik und kündigte an, ab sofort monatlich Staatsanleihen im Wert von 40 Milliarden Dollar zu kaufen - und das zeitlich unbegrenzt.

"Die Fed hat die derzeit bestmögliche Politik gewählt, um die Vermögenspreise zu stützen und dabei den Preisanstieg bei Rohstoffen und Energiepreisen zu zügeln sowie das Inflationsziel zu erfüllen", sagte Analyst Antihero Niimura von Market Risk Advisory.

cte/Reuters/dpa
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