Reaktion der Märkte Dax fällt auf tiefsten Stand seit Oktober

Die Aktienmärkte sind durch die Ausbreitung des Coronavirus im Krisenmodus. Auch bei anderen Anlageklassen zeigen sich deutliche Auswirkungen.
Foto: SUSANA VERA/ REUTERS

Die wachsende Furcht vor den Folgen des grassierenden Coronavirus für die Weltwirtschaft hat den Dax am Dienstag auf das tiefste Niveau seit Oktober vergangenen Jahres gedrückt. Der deutsche Leitindex Dax schloss nach vielen Schwankungen 1,88 Prozent tiefer bei 12.790 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 2,1 Prozent auf 3572,69 Stellen und die Mailänder Börse büßte bis zum Abend 1,4 Prozent ein. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gab 1,1 Prozent nach.

Am Montag hatten die drei europäischen Indizes jeweils ihren größten Tagesverlust seit dreieinhalb Jahren erlitten. Binnen eines Tages schrumpfte die Marktkapitalisierung der weltweiten Aktienbörsen um 1,5 Billionen Dollar.

"Insgesamt erachten wir die aktuelle Marktkorrektur nach den jüngsten starken Kurszuwächsen in der Eurozone aber als gesund", sagte Robert Greil, Chefanlagestratege des Bankhauses Merck Finck. Ein ausgewachsener Aktiencrash sei nicht zu erwarten. Schließlich habe die chinesische Regierung Konjunkturprogramme angekündigt, und die meisten Notenbanken griffen der Wirtschaft mit einer anhaltend lockeren Geldpolitik unter die Arme.

Dennoch trennten sich Investoren erneut von Luftfahrtwerten, die besonders stark unter verhängten Reisebeschränkungen leiden. Die Aktien von Lufthansa, Air France-KLM und der British Airways-Mutter IAG sowie der beiden führenden Billigflieger Ryanair und EasyJet büßten bis zu 3,9 Prozent ein. Die Titel der Kreuzfahrt-Reederei Carnival, zu der die wegen eines Coronavirus-Ausbruchs an Bord in Japan festsitzende "Diamond Princess" gehört, fielen zeitweise auf ein Fünfeinhalbjahrestief von 2619 Pence. Parallel dazu warnte Mastercard vor einer Beeinträchtigung des Geschäfts durch die Epidemie und senkte die Ziele für das laufende Quartal, die Aktien des Kreditkartenanbieters sanken um 4,1 Prozent.

Die "Krisenwährung" Gold konnte von der anhaltenden Verunsicherung vorerst nicht mehr profitieren. Hier machten Investoren Kasse, nachdem das Edelmetall zum Wochenauftakt auf ein Siebenjahreshoch geklettert war. Am Dienstag büßte Gold 0,7 Prozent auf 1648,62 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) ein. Gefragt blieben dagegen die ebenfalls als sicher geltenden Bundesanleihen. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel zeitweise auf ein Viereinhalbmonatstief von minus 0,52 Prozent.

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