Kursrutsch an der Frankfurter Börse Dax fällt unter Marke von 12.000 Punkten

Am Aktienmarkt weiten sich die Verluste aus. Der Dax sackte seit Wochenbeginn um mehr als zwölf Prozent ab. Immer mehr Unternehmen melden Probleme infolge der Coronakrise, besonders Fluggesellschaften.
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Mit dem Anstieg der Coronavirus-Infektionen in Europa fallen die Kurse an der Frankfurter Börse weiter. Zu Handelsbeginn sackte der Kurs des Leitindex Dax um rund vier Prozent im Vergleich zum Wert des Vortags - und notierte damit unter der Schwelle von 12.000 Punkten, die viele Börsianer als psychologisch wichtig erachten.

Seit Montag hat der Index der 30 größten deutschen Unternehmen damit gut zwölf Prozent eingebüßt. Auch an den Handelsplätzen in London, Paris und Mailand setzten sich die Kursverluste am Freitagmorgen fort. Die Anleger hätten in den "Panikmodus" geschaltet, sagte Analyst Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank. Hintergrund des Kursrutsches ist die Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie, unter anderem durch Reisebeschränkungen oder Werksschließungen zur Eindämmung der Krankheit. Davon sind auch globale Lieferketten betroffen.

Easyjet streicht Flüge nach Italien

Der Luftverkehr bekommt die Auswirkungen bereits konkret zu spüren. Verbindungen nach China liegen weitgehend lahm. Inzwischen fällt aber auch in anderen Regionen der Welt die Nachfrage nach Flugtickets. Die British-Airways-Mutter IAG kündigte weitere Flugstreichungen nach Hongkong und Südkorea an. Auch auf Routen nach Italien werden weiterhin Flüge abgesagt. Allgemein berichtete IAG-Chef Willie Walsh von einer schwächeren Nachfrage bei Geschäftsflügen, da Messen abgesagt würden und Firmen striktere Reiseregeln verhängten.

Angesichts der Unsicherheiten traut sich der Konzern, zu dem auch die Fluggesellschaften Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level gehören, derzeit keine Gewinnprognose für 2020 zu. Aus heutiger Sicht werde das Flugangebot im laufenden Geschäftsjahr um ein bis zwei Prozent geringer ausfallen als geplant, sagte Walsh. Der Konzern sei dank seiner starken Bilanz und gut gefüllter Kassen aber gerüstet, um der schwachen Nachfrage zu trotzen.

Wie zuvor bereits Lufthansa und die niederländische KLM hat nun auch der Billigflieger Easyjet ein Sparprogramm aufgelegt, um der Krise zu begegnen. So würden unternehmensweit Einstellungen und Beförderungen zurückgestellt sowie nachrangige Projekte und Ausgaben verschoben, teilte das Unternehmen in Luton mit. Mitarbeitern werde unbezahlter Urlaub angeboten. Kosten sollen auch in der Verwaltung gespart werden, Prämien werden gestrichen. Auch Easyjet hat sein Flugprogramm nach Italien wegen der schwachen Nachfrage zusammengestrichen.