Verwundbarkeit im Handelskonflikt Dax-Firmen machen in den USA mehr Umsatz als in Deutschland

Deutschlands größte Firmen machen nur noch 21 Prozent ihres Umsatzes im Inland. Nach Berechnungen des "Handelsblatts" ist das Gewicht des Auslandsgeschäfts massiv gestiegen. Das macht die Konzerne auch verwundbar.
Symbolbild

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Foto: Friso Gentsch/ dpa

Der Anteil der Auslandsgeschäfte am Umsatz der wichtigsten an der Börse notierten Unternehmen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Berechnungen des "Handelsblatts" zufolge beläuft sich der Anteil des Auslands am Umsatz der 30 Dax-Konzerne mittlerweile auf 79 Prozent . Vor 30 Jahren habe dieser Anteil noch bei gut 50 Prozent gelegen, hat die Zeitung ausgerechnet. In keinem anderen westlichen Industrieland sei die Abhängigkeit von Auslandsmärkten größer.

Bemerkenswert und vor dem Hintergrund von Donald Trumps Zolldrohungen auch brisant: Die USA sind für die Dax-Konzerne inzwischen wichtiger als ihr Heimatmarkt. In Deutschland machten die 30 Firmen laut "Handelsblatt" zuletzt 21 Prozent ihrer Umsätze, gegenüber 22 Prozent in den USA.

Die deutschen Firmen sind also im Fall einer Eskalation des Handelskonflikts mit US-Präsident Trump durchaus verwundbar. Die US-Regierung erwägt offenbar, deutsche Autos als Gefahr für die nationale Sicherheit einzustufen und mit hohen Zöllen zu belegen.

Laut "Handelsblatt" liegt der Anteil des US-Geschäfts am Umsatz der deutschen Autobauer zwischen 25 Prozent (Daimler) und 17 Prozent (Volkswagen). Noch wichtiger sind die USA allerdings für den Medizinkonzern Fresenius (70 Prozent in den USA), die Deutsche Telekom (48 Prozent) und SAP (32 Prozent).

beb