Industriegase-Spezialist Linde verdient weniger wegen Umbaukosten

Schwieriges Jahr für den weltgrößten Industriegase-Hersteller: Der Dax-Konzern Linde verzeichnet 2014 einen Gewinnrückgang von mehr als 16 Prozent. Die Dividende soll aber um fünf Prozent je Aktie erhöht werden.

Linde-Chef Wolfgang Büchele (Mitte): Gewohnte Sicherheiten gelten nicht mehr
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Linde-Chef Wolfgang Büchele (Mitte): Gewohnte Sicherheiten gelten nicht mehr


München - Beim Industriegase-Spezialist Linde drücken Umbaukosten auf das Ergebnis. Unter dem Strich sank der Gewinn 2014 deutlich um 16,3 Prozent auf noch rund 1,1 Milliarden Euro, teilte der Konzern mit.

Das Unternehmen litt im vergangenen Jahr besonders unter Problemen im Geschäft in Brasilien und Australien sowie unter Wechselkurseffekten. Bis weit ins Jahr 2014 hatte der starke Eurokurs dem Konzern zu schaffen gemacht. Der Umsatz hingegen wuchs 2014 um 2,4 Prozent auf rund 17 Milliarden Euro.

2015 werde nicht einfacher, warnte der seit knapp einem Jahr amtierende neue Linde-Chef Wolfgang Büchele. Auch im laufenden, ersten Halbjahr rechnet Büchele noch einmal mit Umbaukosten in Höhe von rund 90 Millionen Euro. "Keine Frage, die Welt ist unübersichtlicher geworden, gewohnte Sicherheiten gelten nicht mehr, insgesamt haben die Risiken zugenommen", schreibt Büchele in seinem ersten Geschäftsbericht.

Deutlich höhere Dividende

Angesichts vieler Veränderungen etwa beim Thema Digitalisierung müsse auch Linde das eigene Geschäftsmodell stetig weiterentwickeln, sagte Büchele. Ob Linde in diesem Zusammenhang auch Stellenstreichungen plant, wollte Büchele nicht konkret sagen. Einen weiteren "Personalaufbau" werde es aber in diesem Jahr voraussichtlich nicht geben.

Insgesamt gab sich Büchele für 2015 zuversichtlich. So zuversichtlich, dass die Aktionäre sich trotz der eher durchwachsenen Bilanz auf eine deutlich höhere Dividende freuen können: Sie soll um 15 Cent je Aktie auf 3,15 Euro pro Anteil wachsen.

Die Anleger hat Linde Chart zeigen mit dem Geschäftsausblick und der angehobenen Dividende positiv gestimmt. Nach Vorlage der Unternehmenszahlen für 2014 stiegen die Aktien um bis zu 1,5 Prozent auf 191,50 Euro.

Linde stellt unter anderem Gase für die Verwendung in Industrie und Medizin her. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als 60.000 Mitarbeiter. Ein wichtiger, aber deutlich kleinerer Teil ist der Anlagenbau.

bos/dpa/Reuters



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