Rekordgewinne Dax-Konzerne verdienen so viel wie noch nie

Zwischen April und Juni verdienten die größten deutschen Unternehmen so viel wie noch nie in einem zweiten Quartal. Auch beim Umsatz erreichten die Dax-Konzerne einen Bestwert - womöglich steht ein Rekordjahr bevor.
Börse in Frankfurt

Börse in Frankfurt

Foto: STAFF/ REUTERS

Die 30 Dax-Konzerne haben von April bis Juni so viel verdient wie noch nie in einem zweiten Quartal. Das geht aus einer Analyse des Wirtschaftsprüfungsunternehmens "Ernst & Young" (EY) hervor. Beflügelt von der Konjunkturerholung in Europa und der anziehenden Weltwirtschaft stieg der operative Gewinn der Dax-Konzerne demnach gegenüber dem Vorjahreszeitraum zusammengerechnet um fast ein Drittel auf den Bestwert von gut 39 Milliarden Euro.

Die Umsätze legten der Studie zufolge um sechs Prozent zu. Sie erreichten den Quartalsrekord von insgesamt 344 Milliarden Euro. Die Banken im Dax wurden nicht in diesen Teil der Berechnungen einbezogen, weil es in Bankbilanzen keinen Umsatz im klassischen Sinn gibt. Auch für das Gesamtjahr sind EY zufolge Bestmarken in Sicht.

Angesichts der unsicheren politischen Großwetterlage und wirtschaftlicher Risiken sei die fast durchweg gute Entwicklung der Top-Konzerne bemerkenswert, sagte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. "Auch die zweite Jahreshälfte scheint vielversprechend angelaufen zu sein", sagte Meyer. Neun Unternehmen hätten ihre Umsatz- oder Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach oben korrigiert, nur zwei Konzerne hätten sie gesenkt. "2017 dürfte also ein Rekordjahr werden", sagte Meyer.

Risiken sieht Meyer in dem wieder stärkeren Euro, steigenden Rohstoffpreisen und der Konjunkturentwicklung in Großbritannien nach dem Brexit-Votum: "Für deutsche Unternehmen steht in Großbritannien viel auf dem Spiel, denn sie sind zum Teil massiv vor Ort engagiert." Der Euro hatte gegenüber Dollar und Co. zuletzt an Kraft gewonnen. Waren aus Deutschland werden dadurch tendenziell teurer auf dem Weltmarkt, was die Nachfrage dämpfen kann.

Besonders gut entwickelten sich laut den Wirtschaftsprüfern im zweiten Quartal die Geschäfte in Asien und den USA, die jeweils um zehn Prozent wuchsen. Hier wirkte sich allerdings auch der damals noch schwächere Euro positiv aus. Die in Europa erwirtschafteten Umsätze stiegen um fünf Prozent. "Europa bleibt der mit Abstand wichtigste Markt für die deutschen Unternehmen - umso wichtiger ist die wirtschaftliche Erholung auf dem europäischen Kontinent, die weiter an Schwung gewinnt", sagte Meyer.

asa/dpa

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