Sorge um chinesische Wirtschaft Dax fällt auf niedrigsten Stand seit Januar

Die Talfahrt an den chinesischen Börsen belastet auch den deutschen Aktienmarkt. Der Leitindex Dax fällt unter die Marke von 10.600 Punkten - zum ersten Mal seit sieben Monaten.

Händler an der Frankfurter Börse (Archivbild): Dax auf tiefstem Stand seit Januar
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Händler an der Frankfurter Börse (Archivbild): Dax auf tiefstem Stand seit Januar


Die angespannte wirtschaftliche Lage in China und Sorgen vor einer weltweiten Abkühlung der Konjunktur belasten den deutschen Aktienmarkt. Unmittelbar nach dem Handelsstart rutschte der Dax am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit Januar dieses Jahres. Gegen Mittag notierte er rund ein Prozent im Minus bei 10.579 Punkten.

Auch der MDax büßte ein: Er gab 0,74 Prozent auf 20.245,82 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,22 Prozent auf 1727,08 Punkte. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab es einen Abschlag von 0,39 Prozent.

Die Aktienmärkte orientierten sich dabei an den Verlusten der asiatischen Aktienmärkte. Vor allem in China verzeichneten diese am Donnerstag erneut deutliche Verluste. Der Leitindex an der Börse von Shanghai schloss mit einem Minus von 3,42 Prozent bei 3664 Punkten. Die Börse in Shenzhen sackte um drei Prozent ab. Der Aktienmarkt in Hongkong verlor 1,77 Prozent und schloss auf dem tiefsten Stand seit acht Monaten.

Die chinesische Wirtschaft schwächelt zunehmend: Zuletzt waren die Exporte im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen, auch die Industrieproduktion, Investitionen und Autoverkäufe sanken deutlich. In der vergangenen Woche hatte die Zentralbank in Peking zugelassen, dass die Landeswährung Yuan stark an Wert verlor.

Auch das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll der Sitzung der US-Notenbank Fed vom 28. und 29. Juli sorge zunächst offenbar nicht für Entspannung an den Börsen, sagte Marktanalyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markets UK. Das Protokoll gab keinen klaren Hinweis auf den Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung in den USA nach der Finanzkrise.

Am deutschen Aktienmarkt gehörten die konjunktursensiblen Werte einmal mehr zu den größten Verlierern. So büßten Papiere aus der Automobilbranche wie etwa BMW, Volkswagen oder Continental bis zu 1,66 Prozent ein.

Der Dax verliert seit Monaten. Hintergrund sind unter anderem die Finanzkrise in Griechenland und die Sorge um Chinas Wirtschaft. Zu Jahresbeginn hatte der deutsche Leitindex noch von der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank profitiert und im April mit 12.390 Punkten sein Rekordhoch erreicht.

brk/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 56 Beiträge
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glen13 20.08.2015
1.
Das griechische "Rettungspaket" ist durch, jetzt können wir uns um die Chinesen kümmern.
infonetz 20.08.2015
2.
Das der Markt auch mal wieder abkühlt war aber auch allen klar. Im Grunde lebt der Dax ja vom auf und ab der Kurse.
jelouis 20.08.2015
3. na und ??
Wird dadurch von den DAX-Unternehmen weniger (oder mehr) verkauft/produziert ? Wohl kaum. Von mir aus könnte der DAX auf 5000 oder weniger fallen.
indiansummer63110 20.08.2015
4.
Vor ein paar Monaten, als die Lage noch ruhiger und der DAX nahe 12000 war habe ich auf den Rat in vielen Medien gehört und einiges Geld,für das es ja schon lange keine nennenswerten Zinsen gibt, in Aktien angelegt. Das hab ich jetzt davon. Etliche Tausender futsch. Danke liebe Chinesen.
paterfelix 20.08.2015
5. so soll's sein!!
"...Von mir aus könnte der DAX auf 5000 oder weniger fallen...." Ja, hoffentlich! Dann kann man wieder gut einkaufen. Genau so soll es doch laufen. Sparen Sie jetzt, damit Sie bei 5000 Euro kaufen können. Dann bissl Geduld und das zahlt sich dann aus. Btw: Kaufen wenn die Kurse fallen und nicht den den Kursen hinterher rennen. Alles gut paterfelix
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