Gehälter-Rangliste 2013 Dax-Konzernchefs kassierten im Schnitt 5,3 Millionen Euro

Die Chefs deutscher Großkonzerne haben auch 2013 wieder gut verdient - im Schnitt 5,3 Millionen Euro. Mit 15 Millionen Euro bleibt VW-Chef Martin Winterkorn Spitzenverdiener.

DPA

Frankfurt am Main - Die Chefs der größten börsennotierten deutschen Konzerne haben 2013 trotz zumeist sprudelnder Gewinne nur etwas mehr verdient als im Vorjahr. Im Schnitt stiegen die Vergütungen der Dax-Unternehmenslenker von 5,2 auf 5,3 Millionen Euro, wie aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Towers Watson hervorgeht.

Allerdings kletterten die operativen Gewinne (Ebit) demnach deutlich rasanter von durchschnittlich 3,2 Milliarden auf 3,9 Milliarden Euro. "In der Gesamtschau ergibt sich damit ein stimmiges Bild aus wirtschaftlicher Dynamik und Entwicklung der Vergütungen", sagte Towers-Watson-Experte Olaf Lang.

Das Beratungsunternehmen wertete allerdings lediglich 23 zwischenzeitlich vorliegende Geschäftsberichte der 30 Dax-Konzerne aus. Nicht dabei ist unter anderem die Deutsche Bank, die ihren Bericht erst an diesem Donnerstag veröffentlichte: Dem Führungsduo aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen wurde das erste volle Geschäftsjahr an der Konzernspitze mit einem deutlichen Gehaltsplus auf jeweils rund 7,5 Millionen Euro versüßt.

Insgesamt unterscheiden sich die Vergütungen der Top-Manager erheblich. Spitzenreiter war auch 2013 VW-Chef Martin Winterkorn, der für das erfolgreiche Jahr des Autobauers mit 15 Millionen Euro belohnt wurde - und gut achtmal mehr bekam als Christoph Franz. Der Noch-Lufthansa-Chef musste sich mit 1,8 Millionen Euro zufriedengeben - und verdiente damit so wenig wie kein anderer der Dax-Vorstandsvorsitzenden. Auf Rang zwei hinter Winterkorn folgte mit weitem Abstand Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche mit 8,2 Millionen Euro.

Telekom: Rückkehr in die Gewinnzone, Gehaltsverlust für Chef

Generell legten die Aufsichtsräte eine höhere Vergütung fest, je besser sich das Unternehmensergebnis entwickele, sagte Studienleiter Helmuth Uder. Das muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Überweisungen an die Firmenchefs im Gleichschritt mit der Gewinnentwicklung steigen, wie nicht nur das Beispiel Zetsche zeigt: Der Stuttgarter Autokonzern steigerte seinen Gewinn vor Steuern und Zinsen 2013 um 23 Prozent, Zetsches Vergütung erhöhte sich hingegen nur um ein Prozent.

Der inzwischen ausgeschiedene Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann erhielt mit 3,9 Millionen Euro sogar fünf Prozent weniger als 2012, obwohl er den Konzern nach Milliardenverlusten zuvor wieder in die Gewinnzone führte.

Ein Grund für diese Entwicklung könnten neue Regeln über die Offenlegung der Vorstandsbezüge sein. "Die Vorschriften zu Vorstandsvergütungen verpflichten die Unternehmen zunehmend stärker zur Transparenz", sagte Towers-Watson-Experte Lang. Dies sei eine Konsequenz aus der starken gesellschaftlichen Kritik an der Höhe der Vorstandsvergütungen seit der Finanzkrise.

Hier finden Sie die Top Ten der Dax-Chefgehälter in Bildern.

fdi/nck/dpa

insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
letourneur 20.03.2014
1. Für das bisschen Geld...
... stellt sich so mancher Fußballer erst garnicht auf den Platz!
eisbaerchen 20.03.2014
2. Diskutieren Sie über diesen Artikel...
Zitat von sysopDPADie Chefs deutscher Großkonzerne haben auch 2013 wieder gut verdient - im Schnitt 5,3 Millionen Euro. Mit 15 Millionen Euro bleibt VW-Chef Martin Winterkorn Spitzenverdiener. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/dax-manager-gehaelter-und-boni-2013-gestiegen-a-959825.html
nee, keine Lust mehr...als Wissenschaftler an öffentlichen Einrichtungen muss man mit einem sehr übersichtlichen Gehalt auskommen in diesem Land,jeder einigermassen clevere Banker bekommt mehr Kohle (von verdienen will ich hier nicht reden) und als Rentner steht man dann kurz über der Armutsgrenze..und dann solche Meldungen (und die zur Deutschen Bank)...in was für einem Land leben wir eigentlich??
Normalbürger 20.03.2014
3. Bei MW...
kann man das anhand seiner Leistungen ja noch irgendwie nachvollziehen. Nicht nachvollziehen kann man das jedoch bei den Bankstern - oder vielleicht gerade deshalb, weil es Bankster sind?
lospi 20.03.2014
4. Diese und mehr
So viel kann ein Herr Winterkorn gar nicht leisten, wenn er für angenommen 150 gut verdienende Ingenieure a 100000 €/a seine Arbeit macht. Leisten diese Herren soviel? Ca. 300 VW Bandarbeiter erhalten das. Der/die Bundeskanzler mit Verantwortung für 82 Mio. steht das höchste Gehalt zu, das sind 300000€. Alle Dax Konzernlenker haben ein geringeres Gehalt. Aller was darüber ausgezahlt wird, muß mit 90% und mehr weggesteuert werden. Das muss dann aber auch für Fussballspieler, Scjhauspieler etc. gelten.
zzipfel 20.03.2014
5. Als Spitzenwissenschaftler Nobelpreise abräumen ...
Zitat von eisbaerchennee, keine Lust mehr...als Wissenschaftler an öffentlichen Einrichtungen muss man mit einem sehr übersichtlichen Gehalt auskommen in diesem Land,jeder einigermassen clevere Banker bekommt mehr Kohle (von verdienen will ich hier nicht reden) und als Rentner steht man dann kurz über der Armutsgrenze..und dann solche Meldungen (und die zur Deutschen Bank)...in was für einem Land leben wir eigentlich??
... dann excellente Sachbücher verfassen und verkaufen - das bringt auch die eine oder andere Million. Einfach auf einer öffentlich bezahlten "Stelle" zu hocken - mittelmäßige wissenschaftliche Ergebnisse zu produzieren: das wird sicher nicht mit hohen Summen honoriert - dafür kann man sich auch bei Mittelmäßigkeit in nem bequemen Beamtenjob einrichten - für manch einen reicht das als Anreiz aus. Niemand hindert Sie daran, DAX-Vorstand oder Spitzenfussballer zu werden und Millionen zu verdienen. Ist halt anstrengend aber: Jeder ist seines Glückes Schmied.
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